Hallo, ich bin Cookie und ich bin bibliophil.

Ich bin sogar ziemlich süchtig nach Büchern. Ich kann an keinem Buchladen vorbeigehen ohne auch nur ganz ganz kurz mal reinzugehen und nur ganz ganz kurz mal ganz schnell “nur mal zu gucken”. Flohmärkte sind immer ganz schlimm, weil ich auch da an jedem Buchstand haltmachen muss. Vor einigen Jahren war ich daher sehr froh das Bookcrossen für mich entdeckt zu haben, weil ich so immer an neuen Stoff gekommen bin, ohne die nervige Ausleihfrist von Bibliotheken im Kopf zu haben. Und dann kam irgendwann Tauschticket dazu,wo ich nicht nur neue Bücher bekommen konnte, sondern wo auch, und das wird mit der Zeit sehr viel wichtiger, oh ja!, die für nicht so gut befundenden Bücher wieder eingetauscht werden konnten. Mittlerweile habe ich einen eher kleinen Bücherschrank, in dem ich meine Lieblinge aufbewahre, und ein paar Regale, und ich habe mir geschworen, dass alles, was da nicht mehr hinein passt und mir nicht ans Herz gewachsen ist, nach dem Lesen wieder weg muss. So konnte ich alles auf meine Schätze eindampfen und die Bücher, die ich noch lesen möchte. Und ich liebe meinen Bücherschrank so sehr und ich genieße den Anblick der Bücher und die Gemütlichkeit, die sie ausstrahlen. Trotzdem, und das wundert mich wahrscheinlich selbst mehr als alle anderen, liebe ich mittlerweile meinen Kindle.

Mein Lieblingsort. <3

Da ich in letzter Zeit immer öfter mit skeptischen Buchmenschen auf das Thema Kindle zu sprechen komme, werde ich heute mal ein wenig resümieren, warum ich meinen nicht mehr wieder hergeben möchte.

Mein größtes Problem waren zunächst die eBooks selber. Man hat nichts, was schön im Regal aussieht, was man anfassen kann, worin man mal herumblättern kann. Interessanterweise habe ich damit nun gar kein Problem mehr. Ich habe meinen Kindle mit einer sehr schicken Hanf-Hülle ausgestattet, was nicht nur ihn, sondern irgendwie auch die Bücher, die drauf sind, gleich sehr viel wertiger macht. Psycho-Kram ist alles!

So sieht mein Kindle in seinem Hanfmantel aus.

Mittlerweile lese ich auf ihm hauptsächlich die Bücher, die ich wohl eh gebraucht gekauft oder ertauscht hätte, und die wahrscheinlich nach dem Lesen auch wieder weitergewandert wären. Ich habe mich nun aber sogar dabei ertappt, dass ich die Lemony Snicket-Bücher als eBooks lese, eine Reihe, die ich mir eigentlich irgendwann noch mal ins Regal stellen wollte, aber das Bedürfnis habe ich nun gar nicht mehr, mir reicht das Wissen, dass sie ja auf dem Kindle sind. Irre. ;-)

Eine Möglichkeit, die ich sehr schätze, ist die, dass man sich bei Amazon zu allen eBooks Leseproben schicken lassen kann. Normalerweise lese ich diese kleinen Leseproben-Hefte nie. Aber hier macht es vor allem deshalb Spaß, weil man sich das Buch direkt hinterher laden kann, wenn einem der Auszug so gut gefallen hat, dass man direkt weiterlesen möchte. Und das alles geht super fix und unkompliziert über die WLAN-Verbindung des Kindle.

Mit einer ganz tollen Sache kommt auch gleich ein Nachteil: Die deutschen eBooks sind im Verhältnis immer noch relativ teuer, was mich ehrlich gesagt auch in den meisten Fällen abschreckt.Viele Klassiker gibt es hingegen umsonst, und Amazon hat hin und wieder ganz tolle Angebote, bei denen man dann mal genauer hinsehen sollte. Das Gute ist allerdings, dass die englischen Bücher im Verhältnis sehr viel günstiger sind und ich daher sehr viel mehr im Original lese. Praktisch dabei ist die Wörterbuch-Funktion im Kindle: Wenn man ein Wort nicht kennt, einfach mit dem Cursor drauf gehen und das Wörterbuch zeigt einem an, was es bedeutet. Ebenso ganz toll: Die Möglichkeit Abschnitte und Sätze zu markieren und Notizen zu machen!

Unschlagbar ist der Kindle natürlich unterwegs. Ich freue mich schon auf unseren ersten gemeinsamen Urlaub! Auch praktisch ist, dass man ihn einfach zur Seite legen kann, wenn man nicht weiterliest. Man muss nicht mühsam ein Lesezeichen setzen. Wenn man also im Zug sitzt und so ins Buch vertieft ist, dass man fast seinen Halt verpasst: Einfach den Kindle in die Tasche werfen (vorsichtig, versteht sich), und fertig. Akku verbraucht er so auch nicht, er braucht nämlich nur Strom, wenn man blättert.

Ich habe noch den „alten“ Kindle Keyboard 3 mit Tastatur und Audiofunktion. Besonders letzteres liebe ich sehr, weil ich nun auch meine Audible-Hörbücher auf den Kindle ziehe und so eBooks und Hörbücher auf einem Gerät habe. Übrigens eignen sich Audible-Hörbücher besonders gut, weil sie ja in der Regel aus 1-2 Dateien bestehen. Man merkt nämlich schnell, dass der Kindle eben kein MP3-Player ist und die Sortierfunktion für MP3s ist sehr, sagen wir mal, begrenzt. Mit mehreren kleinen Audio-Dateien wird man sicherlich wahnsinnig auf dem Gerät.

Der eine Punkt, der mich selber auch fast vom Kauf des Kindle abgehalten hat (meine Überlegungen finden sich hier), war die Tatsache, dass einen das Ding ja so an Amazon bindet. Calibre sei Dank, lassen sich aber auch andere Dateien (sofern nicht kopiergeschützt) umwandeln und auf dem Reader lesen. Ein dickes Plus zum Beispiel für alle, die gerne FanFiction und Co. lesen! Ich habe jedenfalls noch kein Problem damit gehabt, dass etwas nicht auf dem Kindle funktionierte. Am Kindle lässt sich softwaremäßig sicherlich nicht viel herumbasteln, jedoch macht ihn das eben auch so super einfach zu bedienen. Und das Bücherladen von Amazon könnte simpler und schneller nicht sein. Ich möchte jedenfalls nicht mehr tauschen.

Auf einmal wird mir übrigens auch bewusst, wie anstrengend das Lesen eigentlich ist. Den Kindle hält man irgendwie, kann sich auf die Seite legen, er macht alles mit, man muss nur hin und wieder den einen Button zum Blättern klicken. Einfach Lesen. Besonders bei dicken Papier-Büchern merke ich nun, wie umständlich das ist, mit dem Buch offen halten, das Gewicht halten, keine Leseknicke reinlesen,.. ja ja! Und die Schriftgröße kann man dazu auch noch beim E-Reader verändern. Sehr angenehm!

Last but not least: E-Ink!! Was die E-Reader, meiner Meinung nach, zu E-Readern macht, ist das spezielle E-Ink-Display. Es sieht wirklich aus wie Papier und ist deutlich augenfreundlicher als beispielsweise ein Computer-Monitor. Man hat wirklich das Gefühl in einem Buch zu lesen. Ich habe mir neulich ein Gerät angesehen welches ein LCD-Display hatte und das war dadurch zwar in Farbe, aber ich kann mir nicht vorstellen darauf länger zu lesen. Dann kann man gleich beim PC/Laptop bleiben oder sich ein Tablet zum Lesen zulegen, was es dann allerdings noch immer nicht zu einem E-Reader macht (!).

Ich bin so froh es doch gewagt zu haben, mich mit dem E-Reader anzufreunden und möchte ihn nicht mehr hergeben. Er ist ja auch kein Ersatz für die richtigen Bücher, die ich übrigens auch immer noch kaufe, aber sehr viel weniger. Er ist die perfekte Ergänzung und praktisch für alle, die viel auf englisch lesen, viel Reisen, oder – wie ich – ein einfaches Platzproblem haben.

Mich würde ja mal interessieren, wer von euch noch skeptisch ist und warum, und wer schon einen E-Reader hat und was er an ihm liebt, bzw. gar nicht mag. Ich bin gespannt!

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