“Now is the winter of our discontent”, oder: Meine Liebe zu Kevin S.

9

Ich freue mich gerade total, weil ich auf ein ganz tolles Video gestoßen bin. Und zwar eine Art Trailer von dem Theaterstück! Also, dem tollsten, besten, aufregendsten Theaterstück, das ich je miterleben durfte: Von “Richard III” von Shakespeare. Ich hatte hier ja schon ein wenig davon erzählt, von unserem Trip nach London im August, nur, um diesen großartigen Kevin Spacey mal live zu erleben. Ja, der Kevin! Und an dieser Stelle werde ich jetzt mal etwas wehmütig und blicke zurück. Der Gute begleitet mich nun seit 12 Jahren, und schon so lange kriege ich einen ganz verliebten Blick, wenn ich ihn irgendwo sehe.

Angefangen hat alles im Jahr 1999. Ich, im zarten Alter von 14, hatte mir den Film Die Üblichen Verdächtigen aufgenommen (weil der mal mitten in der Nacht auf RTL lief, ich aber ja morgens zur Schule musste, ihn aber unbedingt sehen wollte, weil Stephen Baldwin mitgespielt hat. Stephen Baldwin war übrigens für mich und ein paar andere Freundinnen sehr prägent, zusammen mit Pauly Shore, aber das ist eine andere Geschichte!) Auf jeden Fall hatte ich nun den Film auf Video, und *BÄÄM!*: Am Ende des Filmes war ich so beeindruckt von diesem Kevin Spacey, dass ich den Film so oft immer wieder geguckt habe, bis die VHS-Kassette (1999!!) total ausgenüdelt war. Und da beginnt die Geschichte. Denn schicksalhafter Weise sah ich kurze Zeit später eine Kinovorschau für American Beauty im Fernsehen und fing an die Tage zu zählen, bis ich Kevin Spacey dann endlich im Kino bewundern konnte. Ein großartiger Film, in den ich dann noch sämtliche Freundinnen einzeln geschleppt hatte, damit ich den Film auch so oft wie möglich im Kino ansehen konnte. Und dann wurde Kevin auch noch für einen Oscar nominiert! Er hatte ja bereits einen, nämlich als bester Nebendarsteller für, na?, genau: Die Üblichen Verdächtigen. Die Oscar-Nacht war also Pflicht für mich. Schmerzlicher Weise blieb ich tatsächlich die ganze Nacht auf, doch als die Kategorie mit Kevin Spacey kam (bester Hauptdarsteller), war ich bereits auf dem Weg zur Schule. Natürlich hatte ich es aufgenommen, allerdings war es ein ziemliches Spießrutenlaufen nicht schon vorher in der Schule zu erfahren, wer gewonnen hatte. Und Kevin hatte es, natürlich. (Es folgt ein Blick in meine Küche).

Und passenderweise bekamen wir im Jahr 2000 Internet, und die erste Seite, die ich besuchte, war doch tatsächlich eine amerikanische Spacey-Fansite. Schnell war auch die deutsche gefunden (damals war es kevinspacey.de, die heute nicht mehr zu existieren scheint :( ) und schon begann der große Handel unter uns Fans mit US-Filmen und Interviews, die hier nirgends zu bekommen waren. Immer noch auf VHS-Kassetten, wohlgemerkt! Schön war es! Auf jeden Fall kann ich immer noch kaum glauben, dass ich nun endlich in einem Raum mit ihm war und ihn live erleben durfte. Spätestens auf der Theaterbühne merkte man jedenfalls, dass er wirklich zu den besten seines Fachs gehört!

Wer bisher noch nicht viel von Kevin Spacey gesehen hat, dem kann ich wärmstens Die Üblichen Verdächtigen ans Herz legen (aber Vorsicht bei Zusammenfassungen im Internet: Nicht spoilern lassen!! Sonst entgeht euch der Spaß am besten Filmende aller Zeiten!). Oder auch American Beauty, oder LA Confidential und Das Leben des David Gale. So wie Männer, die auf Ziegen starren und Schiffsmeldungen und jetzt zu Weihnachten No Panic – Gute Geiseln sind selten!.. ach! Guckt euch einfach alle Filme an. Schlechte hat er jedenfalls keine gemacht.

Lange Rede, kurzer Sinn: Eigentlich wollte ich euch ja nur den Trailer von Richard III zeigen. Voilà:

Von einem Wochenende in London

3

Am Wochenende war ich also nun endlich wieder in England und dieses Mal in London, weil wir Tickets für das Theaterstück “Richard III” mit Kevin Spacey in der Hauptrolle ergattert haben (ich berichtete in meinem Auslandsblog). Ich bin Kevin Spacey-Fan, seitdem ich ihn im Jahr 1999/2000 in der Rolle des Verbal in “The üblichen Verdächtigen” gesehen habe. Den für mich größten aller Schauspieler nun endlich live zu sehen, war schon fast ein kleiner Traum, der wahr wurde. Das Stück wurde im Old Vic Theatre aufgeführt (wo Mr. Spacey auch Artistic Director ist), ein richtig schönes, kleines Theater.

Das Stück selber war – natürlich – der Hammer! Wenn es einer drauf hat, dann Kevin Spacey und wie er diesen perfiden Richard gespielt hat,.. ganz großes Kino, was man leider so gar nicht beschreiben kann. Wir haben jedenfalls beschlossen, dass wir das mal wieder machen werden, sobald wieder ein interessantes Theaterstück mit ihm in London läuft.

Ansonsten musste ich unbedingt noch ein paar Orte abklappern, die ich so gerne mal sehen wollte. Da wäre einmal ja die Kulisse in der “Sherlock” gedreht wird. Leider waren sie, laut Twitter, an dem Tag in Cardiff. Aber umso besser für uns, denn so konnten wir Fotos vor dem Haus machen ;)

Dann wollte ich unbedingt noch den Buchladen sehen, der die Fassade von “Black Books” ist. Leider hatte er aber an dem Tag geschlossen. Innen drinnen ist es jedenfalls fast so, wie man es wegen der Serie vorstellt.

Und ja, zum Haus von Amy Winehouse sind wir auch noch hingegangen, da wir direkt in der Nähe gewohnt haben. Es lagen zwar keine Blumen mehr davor, aber Fans haben die Bäume und Straßenpoller direkt gegenüber mit Kommentaren vollgeschrieben und das war teilweise ganz schön bewegend. Gefunden haben wir das Haus übrigens vor allem deswegen, weil an einer Straßenlaterne ein Hinweisschild war, auf dem Stand, dass die Familie und die Stadt darum bittet, keine Blumen mehr niederzulegen.

Und am letzten Abend waren wir noch zum Dinner in der Warwick Avenue eingeladen, wo wir den Tag bei immer noch schönstem Sommerwetter mit einem Cocktail ausklingen lassen haben.

Das war also unsere Touristen-Groupie-Ausbeute. Ansonsten haben wir die Sonne genossen, waren bummeln (passenderweise haben wir in der Camden High Street gewohnt) und haben Starbucks und Co. leergetrunken. Ich freue mich jedenfalls schon auf unsere nächste London-Reise :)