Vegan
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Die Geschichte von der Vegetarierin, die Fleisch liebt

Die, die mich von euch persönlich oder auch etwas besser kennen wissen, dass ich Vegetarierin bin. Und das seitdem ich 15 Jahre alt bin, also mittlerweile so seit 12 Jahren. Mit 14/15 habe ich den Entschluss gefasst, dass ich einfach kein Fleisch mehr essen möchte. Ich habe einige Entwicklungen in der Zeit mitgemacht, die mich auch zum Umwelt- und Tierschutz gebracht haben und je mehr ich mich damit beschäftigt habe, wo Dinge herkommen, die ich zu mir nehme, desto geschockter war ich. Natürlich wusste ich, dass Fleisch nicht auf Bäumen wächst, aber es ist halt sau lecker, und bis dato war es mir eigentlich ziemlich egal, ob ein paar Kühe/Schweine/etc. dafür leiden müssen. Wir müssen schließlich alle irgendwann mal sterben. So what?! Und außerdem gingen mir die dummen Belehrungen der Vegetarier auf den Keks.

Ich habe mich dann durch die Videos und Infos einiger Tierschutzorganisationen gesehen und gelesen und da offenbarte sich mir erst wie sehr Tiere leiden müssen, bevor ich meinen geliebten Burger auf dem Teller habe. „Wie können Menschen denn das zulassen? Und vor allem: Wie können Menschen (Begriff hier streitbar) Tieren solche furchtbaren Dinge antun??“. Ein Bild, das sich hier auf die Festplatte meines Gehirns gebrannt hat, ist das einer Kuh, die an einem Seil aus einem Vieh-Transporter zum Schlachter geschleift wurde – mit vier gebrochenen Beinen. Ist es das wirklich wert, nur damit ich für eine Weile satt werde? Da hat es bei mir „Klick“ gemacht und ich wusste, dass man dagegen noch so viel protestieren und Unterschriften sammeln und „Boah! Grausam! Das geht so nicht!“ rufen kann, der direkteste Weg ist es nun einmal, diese Industrialisierung von Lebewesen-Haltung nicht mehr zu unterstützen, indem man es einfach nicht mehr kauft und konsumiert. Was ich damit auch sagen will: Ich verurteile den Konsum von Fleisch nicht. Wenn jeder seine Tierchen halten würde, um sie dann irgendwann zu schlachten, um davon zu leben (!), dann ist das so. Aber dann wertschätzt man das Fleisch auch ganz anders, weil man die Tiere über lange Zeit großgezogen hat und weiß, was dazu gehört, um schließlich ein Stück Steak auf dem Teller zu haben. Womit ich ein Problem habe ist die “Produktion” von Fleisch. An dieser Stelle kommt immer der Einwurf mit den Biohöfen. Aber da werden die Tiere schließlich auch nicht zu Tode gestreichelt.

In letzter Zeit – besonders zur Grillsaison, wenn ich immer irgendwelche Soja-Würstchen auspacke – höre ich öfter die Frage, wieso man denn als Vegetarier Fake-Fleisch isst. Das wäre ja total unlogisch. Finde ich nicht. Ich kann hier mal wieder nur von mir sprechen, denn ich kenne genug Vegetarier und Veganer, die ebenfalls auf nachgemachtes Fleisch verzichten, weil es sie zu sehr an echtes erinnert, und das wollen sie nicht. Aber ich habe Fleisch immer geliebt und mich eigentlich hauptsächlich davon ernährt (ich erinnere mich noch an einen Urlaub in den USA, als ich sieben Jahre alt war. Morgens, mittags und abends nur Chicken McNuggets. Und wenn die nicht in Reichweite waren, habe ich schon freudig gequietscht, wenn ich den KFC-Mann von Weitem erblickte. Ich habe meine Eltern in den Wahnsinn getrieben). Noch heute bin ich niemand, der sich im Restaurant einen Salat bestellt und dann damit glücklich und zufrieden ist. Oder nur Gemüse-Beilage isst. Ich mag Gemüse sehr gerne, aber irgendwann ist der Appetit auf was Deftiges eben wieder da. Heutzutage gibt es so viele großartige Möglichkeiten vegetarisch zu leben, und trotzdem sein Stück „Fleisch“ auf den Teller zu kriegen. Eigentlich gibt es mittlerweile alles in vegetarischer und veganer Ausführung, was ich toll finde. Ich muss jedenfalls auf nichts verzichten und trotzdem muss ich die Fleisch-Industrie nicht unterstützen. Ist doch super. Warum also die Empörung?

Und deshalb verzichte ich auch als Vegetarierin nicht auf mein Fleisch. Auch wenn das viele nicht verstehen können, ich kann es, und das ist schließlich die Hauptsache. Und mich fragt ja auch keiner, ob ich verstehen kann, warum Fleischesser Fleisch essen und dann rumheulen, weil die Schlachtvideos ja so grausam und unmenschlich sind und Wiesenhof ja so doof. Oder Fleischesser, die erst das Lammsteak genießen und dann mit feuchten Augen vor den süßen kleinen Schafen stehen und die am liebsten allesamt mit nach Hause nehmen würden, weil “sooo süß!!” Oder? Also!😉

Zu guter Letzt noch ein Artikel von einem Fleischesser zum Thema “Warum Veganer/Vegetarier so nerven”. Ein großartiger Artikel, den ich gar nicht oft genug posten kann: “Veganer sind auch nur Menschen” von Marsili Cronberg. Ein Vorgeschmack:

Vor der Glotze will man gemütlich abschalten und wird stattdessen von irgendeiner Talkshow über Tierrechte um die verdiente Feierabendruhe gebracht. Oder wenn man an der Fleischtheke im Supermarkt steht: selbst wenn man nicht blöd angeguckt wird, fühlt man sich inzwischen seltsam.

Deshalb möchte ich heute einmal versuchen, einen Mythos zu entzaubern. Denn was schon immer so war, kann einfach nicht schlecht sein.

Fleischessen ist völlig normal. Etwas anderes haben wir auch nie gelernt, warum also soll man dann davon lassen? Warum soll ich kein Recht haben, im Supermarkt zum Schweinenacken für 3,90€ das Kilo zu greifen? „Weil das Tier ein Lebewesen ist und gelitten hat, gelitten hat, gelitten hat.“ dröhnt es in meinen Ohren und ich kann es nicht mehr hören. Und selbst beim Fisch, diesem gefühlslosen Tier versucht eine Veganerstimme in mich zu dringen.

Wer das nicht gelesen hat, mit dem diskutiere ich gar nicht erst😉

Und noch ein wenig Musik. Dieser Song hat mir damals den letzten Arschtritt gegeben: Die Würde des Schweins ist unantastbar.

2 Comments

  1. Chreezman says

    Ja, diese Form der Pseudo-Kritik kenne ich auch: “Warum ist du denn Fake-Fleisch, wenn du Vegetarier bist?” Naja, ich sage dann immer, dass ich gerne Fleisch esse – nur eben nicht von Tieren. Ich bin damit groß geworden Fleisch zu essen. Es ist halt ein Familien-Ding oder Tradition oder so. Mir gehts genau wie dir! 🙂
    Ich hab auch nen Song aus ner ganz anderen Ecke, der mir euch einen Denkanstoß in Richtung Vegetarismus gegeben hat: “Du könntest ohne Probleme aufhören Tiere zu essen und somit ohne Probleme ein paar Leben mehr retten.” (http://www.youtube.com/watch?v=4qhwJtSCAT8) Ich halte nicht soviel von Savas, aber wenn so ein Ganster-Rapper Vegetarier ist, ey, dann gibt’s keinen Grund mehr sich davor zu drücken!😉

    Ach so, hier noch was Schönes zum “Dark Knight”: http://www.collegehumor.com/video/3984800/the-dark-knight-1960s-version

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    • Das beruhigt mich🙂 Irgendwie beschäftigt mich das Thema in der letzter Zeit wieder sehr, und ich schreibe eigentlich ungerne darüber, aber jetzt war das irgendwie mal dran..

      Ein Kool Savas-Song. Nicht schlecht, Herr Chreezman. Werde ich mir gleich mal zu Gemüte führen!

      Und ey, das Batman-Video ist super! SO hätte der Film mir auch gefallen!

      Bis später!!

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