Vegan
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[Projekt V] Das große Generve

Oh, was gehe ich gerade meinen Mitmenschen auf den Keks! Ich bin nämlich zurzeit dabei meine Ernährung ein wenig umzustellen und das, weil mich ein Thema gerade ganz besonders beschäftigt: Veganismus. Das ist ja das, wo sicher die meisten schon jetzt denken werden „Oarch!“ und aufhören weiterzulesen. Genau das meine ich, ich gehe gerade allen echt auf die Nerven und alleine der Begriff ist schon der totale Abturner. Warum eigentlich? Warum nerven Vegetarier und Veganer mit ihrer Ernährung andere so? Und warum „missionieren“ sie schamlos? Ich schau mal kurz auf mich:

Ich bin seit circa 14 Jahren Vegetarierin, weil ich unter anderem die industrielle Haltung von Tieren nicht unterstützen möchte und ich es außerdem furchtbar inkonsequent finde beim Tod einer Katze [hier beliebiges anderes Haustier einfügen] tagelang zu heulen, während man sich nur zum Sattwerden Lämmer, Kälber, ihre Mütter und Co. reinzieht. Deshalb also. Aber je mehr man aus diesen Gründen vegetarisch lebt, desto mehr kommt man in so eine Art Gedankenstrudel, aus dem man meistens nicht mehr herauskommt. Wenn ich kein Fleisch esse, zum Beispiel von Hühnern, weil ich die Haltung scheiße finde, dann müssen sie ja für mich trotzdem gehalten werden, wenn ich ihre Eier essen möchte. Und so weiter. Also ist, wenn man sich auf diese Gedanken einlässt, irgendwann immer klarer, dass es noch konsequenter wäre vegan zu leben. Und an diesem Punkt bin ich gerade mal wieder.

You eat what?!

Mein neues Shirt von “roots of compassion”

Nun kenne (kannte) ich auch so furchtbar nervige Veganer, mit denen ich mich manches Mal sogar richtig gestritten hatte und die ein Grund dafür waren, warum ich nie eine von ihnen werden wollte. Aber warum nervten sie so? Wer vegan lebt, der macht das nicht, weil es gerade hip ist oder weil man das einfach mal ausprobieren möchte oder weil man Spaß daran hat ständig seine Mitmenschen zu belehren. Wer aus ethischen Gründen vegan lebt, der hat irgendwann mal diesen Entschluss gefasst, weil er es nicht mehr ertragen hat, wie mit Nutztieren umgegangen wird. Weil es ihm mehr weh tut, als anderen. Weil er sein eigenes Leben lieber radikal einschränkt, als das Unrecht, dass er empfindet, weiter zu unterstützen. Und weil er ein Realist ist, dem bewusst ist, was er zu sich nimmt und was das für Konsequenzen hat. Eigentlich traurig, dass wir solche Leute auslachen.

Je mehr ich mich mit dieser Lebensweise beschäftige und meine Ernährung umstelle, desto mehr merke ich, welchen Raum das einnimmt. Schon als Vegetarier ist man immer mehr angeekelt darüber, wo überall Tiere drin sind (Brot, Saft, Chips, Wein, Bier, Käse, Pudding, Marshmallows, Gummibärchen, usw., selbst beim Tiefkühl-Rotkohl erwischte ich neulich einen mit Schweineschmalz …), aber als Veganer ist es ein regelrechtes Spießrutenlaufen, um tierischen Produkten aus dem Weg zu gehen. Man muss sich so dermaßen mit seiner Ernährung beschäftigen (vor allem zum Anfang), dass schon wirklich eine 100prozentige Überzeugung dahinterstehen muss. Und da Essen ja ständig präsent im Alltag ist, ist das, was man isst und was nicht, eben immer ein Thema. Man wird so viel sensibler für sein Essen und wo es herkommt, daher ist auch mein Kopf gerade voll damit. Deswegen teile ich auch in letzter Zeit häufiger Berichte und Texte darüber, die mich bewegt haben, weil es mich sehr beschäftigt. Und deshalb nervt es andere so. Und ich möchte es anderen so gerne erklären, aber die meisten interessiert es nicht. Denn Vegetarier und Veganer nerven eben.

Achja, übrigens: Mein “Projekt V”

Juhuu, wer bis hierhin durchgehalten hat, dem kann ich es ja erzählen: Ich stelle also meine Ernährung um, und mich stört es auch immer weniger andere damit zu nerven (siehe mein neues Shirt weiter oben). Da ich oft und gerne bei Freunden und der Familie esse, werde ich es (vorerst) nicht schaffen komplett auf ein veganes Leben umzusteigen. Aber wenn ich für mich koche, möchte es so gut wie möglich versuchen. Was daran so tricky ist: Fast alle Fertigprodukte fallen weg, weil eigentlich überall irgendwas Tierisches drin ist. Und da ich ein Kochmuffel bin (deshalb auch das mit dem Essen bei Freunden und Familie …), ist es für mich der totale Ansporn mal wieder etwas aktiver am Herd zu werden. Zwei Fliegen mit einer Klappe, ha! Also quasi, naja, nur ohne die Fliegen zu töten, ihr wisst schon.

Ich werde euch bald auch mal ein paar (Koch-)Bücher zu dem Thema vorstellen. Und meinen neuen Lieblingstofuladen, bei dem ich mich gerade durch sämtliche Ersatzprodukte & Co. teste. Und überhaupt gibt es so viele inspiriende Seiten im Internet dazu. Aber eins nach dem anderen!

8 Comments

  1. ♥ Hallo liebe Cookie ♥
    Ich finde es total super das du Dich für den Veganismus interessierst und dich für eine vegane Lebensweise entschieden hast. Ich bin seit knapp 2 1/2 Jahren (aus ethischen Gründen) Vegan und kann mir kein Leben mehr ohne meine vegane Passion vorstellen. Davor war ich sehr lange Vegetarierin und davor seeeeehr, sehr, seeeeehr lange absolute Fleisch-/ und Käseliebhaberin. Ich konnte mir nie vorstellen ohne mein medium Steak oder meinen Kräuterfrischkäse zu leben und tadaaaaaa es klappt ohne PERFEKT. Man muss einfach die Augen öffnen und aufhören immer zu denken man verpasst was wenn man vegan lebt denn das ist Quatsch. Ganz im Gegenteil: Ich habe noch nie so frisch und gesund gekocht wie seit ich vegan lebe, dazu noch Lebensmittel lieben gelernt die ich vorher mit der Kneifzange nicht angefasst hätte (frischen Grünkohl z. B.). Ich denke die Leute die vegan lebten und dann wieder begonnen haben tierische Produkte zu futtern taten es eher weil sie nicht aus ethischen Gründen vegan geworden sind sondern aus gesundheitlichem Aspekt oder es einfach mal ausprobieren wollten. Ich finde es toll wenn Leute auch nur ab und an mal vegan leben (komplett finde ich natürlich noch cooler) aber dieses ALLES ODER NICHTS ist für viele einfach nix. Bei mir kam es von heute auf morgen und ich bin dabei konsequent geblieben für mich ist VEGAN sein aber auch einfach mehr als nur vegan essen. Tiere sind wunderbare Wesen die man beschützen und lieb haben sollte und man darf sie nicht quälen, essen, ausbeuten oder als Kleidung tragen. Ich kann mich von diesem Lifestyle nicht mehr lossagen es ist einfach meine Einstellung zum Leben und das wird sich nie mehr ändern ♥

    Übrigens freue ich mich sehr das du auf meinen Blog aufmerksam geworden bist. Er wird dir bei deiner veganen Reise (genauso wie ich persönlich) gerne zur Seite stehen

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    • Danke für deinen Kommentar, liebe Kitty🙂
      Ich freue mich auch sehr deinen Blog gefunden zu haben. Ich verschlinge noch immer alles zu dem Thema und finde es mehr als motivierend, dass auch andere diesen Weg gehen und die gleichen Erfahrungen machen. Für mich ist wohl auch der größte Gewinn bisher, wie sich der Geschmack umstellt. Da Fertigprodukte ja in den meisten Fällen wegfallen, bleibt einem ja oft gar nichts anderes übrig als zu kochen. Und je mehr ich das tue, umso weniger Verlangen habe ich auch auf so Dinge wie Pizza und Co., auf die ich eigentlich nie nie nie hätte verzichten können… Und diese Entwicklung macht so viel Spaß😉

      Liebe Grüße!
      Cookie

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  4. Ich finde nicht, dass es nervig ist, wenn jemand Beiträge usw mit anderen teilt. Dafür sind gewisse Plattformen ja auch da. Solang man nicht mit dem Vorschlaghammer kommt und sagt, man ist s***, weil man Fleisch isst, ist für mich persönlich alles im grünen Bereich. Ich esse zwar Fleisch, aber einige Deiner Links via Twitter hatte ich auch angeklickt und es mir interessiert durchgelesen. Ich bin zwar noch nicht bereit, alles komplett umzustellen, aber ich denke über den Konsum nach und werde auch weiter etwas lesen. Meinen Freund würde ich niemals dazu bewegen können, komplett auf Fleisch usw zu verzichten, aber vielleicht kann man ja dennoch etwas Gutes in die Richtung tun.
    Bei uns um die Ecke hat seit neustem auch ein Vegan Leben Laden aufgemacht. Da war sogar er gleich dafür, mal darin shoppen zu gehen. Wenn man sowas in der Nähe hat, vereinfacht es gewisse Sachen auch nochmal.

    Im Übrigen bin ich auf die Kochbücher gespannt. Vielleicht kannst Du ja auch einzelne Rezepte daraus vorstellen und wie Du sie selbst dann fandest? Das fände ich spannend =)

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    • Oh, das freut und beruhigt mich aber sehr!🙂
      Und ich kann euch nur empfehlen mal in den Vegan-Laden zu schauen. Es ist nicht nur für Nicht-Fleischesser spannend, was es da alles so gibt. Ich entdecke wirklich jedesmal etwas neues und alles auszutesten ist super😉

      Das mit den Kochbüchern werde ich wirklich versuchen. Mittlerweile habe ich einiges angesammelt und koche daraus sogar mehr als aus den “normalen”. Ich werde mal Ideen sammeln!

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  5. Das mit dem nerven kenne ich auch – von beiden Seiten.
    Ich lebe seit mittlerweile 12 Jahre vegetarisch und hatte dazwischen eine 2-3jährige Vegan-“Phase”, eben genau aus oben genannten Gedankenstrudel heraus.
    Zur Zeit esse ich schon wieder Eier, Sahne und Käse. Sojamilch ist für mich als Milch-Ersatz ganz klar geblieben. Immer wieder überlege ich, wieder konsequenter zu werden, aber irgendwie fehlt der letzte Anstoß:/
    Auf der anderen Seite kenne ich auch ein paar sehr missionierende Veganer, die so ziemlich jede Gelegenheit (nicht unbedingt nur aufs Essen, sondern auf alle Lebensbereiche bezogen) nutzen, um ihre Einstellungen ungefragt darzustellen…
    Dir wünsche ich eine gute Zeit und viiiele leckere Gericht🙂

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    • Lieben Dank für deinen Kommentar!🙂 Ich bin ja auch mal gespannt, wie sehr ich das alles durchhalte. Ich kenne auch viele Ex-Veganer, die irgendwann wieder umgestiegen sind. Komplett konsequent zu sein, ist da wirklich nicht einfach. Vermutlich ist alles zu reduzieren und eine gute Balance zu finden eh ein super Weg.

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