Tagebuch
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[Top 5] Lieblingsorte im Internet

Als geborene Eskapistin neige ich dazu meinen Kopf in die Wolken zu stecken, wenn im Hier und Jetzt (oder auch im „Real Life“, wir sind ja hier schließlich im Internet) alles ein wenig viel wird. Interessanterweise erteile ich mir in solchen Situationen immer ganz schnell eine Internet-Abstinenz, die ich dann mehr oder weniger erfolgreich durchhalte. Heute ist jedoch mal wieder so ein Tag, an dem ich mich frage, warum ich das eigentlich mache. Heute ist mir nämlich mal wieder bewusst geworden, wie sich mein Leben durch kleinere virtuelle Zufälle immer wieder um interessante Leute angereichert hat, ohne die wirklich etwas fehlen würde. Ich will hier aber ja gar nicht ins Detail gehen. Auf jeden Fall habe ich nun einmal nicht darüber nachgedacht, an welchen Stellen mich das Internet von anderen (wichtigen?) Dingen abhält, sondern wo es ganz maßgeblich für die Glücksmomente verantwortlich ist. Das lässt sich natürlich auf einige Menschen herunter brechen, die ich nicht alle aufzählen werde, meine Güte, dann säße ich ja morgen noch hier, aber eigentlich verbindet sie alle auch immer etwas anderes: Orte im Internet, die mich einfach glücklich machen. Meine virtuellen Hühnersuppen sozusagen. Welche das sind? Voilà:

Platz 5: Diverse YouTube-Channel

YouTube ist ja ohnehin immer die Ablenkungs-Seite schlechthin. Aber es gibt doch nichts Schöneres, als neue Videos (Vlogs) von Menschen, auf die man sich jedes Mal wieder aufs Neue freut. Ich habe mittlerweile so ein paar zusammen gesammelt, bei denen ich immer mal wieder vorbei schaue, mir eine Tasse Kaffee genehmige und mir dann für 15 Minuten, oder wie lange das Video dauert, eine Auszeit gönne. Es gibt da wirklich ein paar charmante Vloggerinnen. Oft geht es dabei um Bücher, wie bei der liebenswerten Anna Buchprinzessin, die ziemlich sehr daran schuld ist, dass ich überhaupt mit dem Videosgucken angefangen habe.

Meine liebsten englischsprachigen Vlogger sind auf jeden Fall Hank und John Green. Ich weiß gar nicht, ob es noch irgendein Thema gibt, worüber einer der beiden noch kein Video gedreht hat. Die schlechtesten Orte, an denen man sich übergeben kann sind dabei, das Thema „Hitler and Sex“ auch und ach, ganz toll sind ihre Crashkurse zu Literatur und Geschichte zum Beispiel!

Und dann gibt es noch den Vaginal Fantasy Hangout. Vier tolle Frauen treffen sich regelmäßig zu einem Google Hangout und besprechen eine Liebesschmonzette. Dazu gibt es normalerweise viel Alkohol und Mädchentalk. Ich bin ja so froh, dass ich zufällig darauf gestoßen wurde!

Platz 4: tumblr

Ja, wie erklärt man eigentlich tumblr? Kann man tumblr erklären? Ich würde sagen, es ist der Ort, an dem sich die ganzen Verrückten und Besessenen zu ihren Therapiestunden treffen. Die Serien-Suchtis, die Bücher-Junkies, die Mode-Interessierten, die Gif-Jäger, usw. Ein bisschen wie Pinterest, man sammelt auch dort quasi auf seiner Seite Dinge zusammen (rebloggt sie), die andere hochgeladen und wiederum geteilt haben. Nur, dass hier echt die ganzen Hardcore-Leute unterwegs sind. Die, die wirklich stundenlang lustige Szenen aus dem Fernsehen zu witzigen gifs zusammenbasteln. Pinterest ist da mehr so die mädchenhafte light-Version, meiner Meinung nach. Was mache ich also, wenn es mir schlecht geht? Ich suche nach Begriffen, die Zerstreuung versprechen („Sherlock“ ist immer einer guter Suchbegriff) oder schaue einfach mal bei BookshelfPorn vorbei. Ein Sammelsurium findet sich schließlich auf meiner eigenen tumblr-Seite.

Platz 3: Instagram

Ist ja mehr so eine Smartphone-Geschichte, passt hier aber auch her. Mit Instagram ist es für mich so ähnlich wie mit tumblr: Dort laden Menschen Fotos hoch, die sie in der Regel mit ihrem Smartphone gemacht haben. Ist jetzt erst einmal nicht so spannend. Ich finde aber schon. Womit wir wieder beim Thema „Bookshelf Porn“ wären: Zum Beispiel gibt es für mich kaum etwas Schöneres, als (fremde) Bücherregale durchzusehen. Wie die Regale wohl sortiert sind, welche Bücher man darin findet, ob sich noch andere Erinnerungsstücke darin finden… Bei Instagram kann ich das jederzeit machen. Einfach sowas wie „bookshelf“ in die Suche eingeben und tadaaa: Schon habe ich ganz viele Bücherregale von der ganzen Welt auf meinem Smartphone und kann mich einfach nur an dem Anblick erfreuen. Schon ein wenig bescheuert, aber ist so!❤

(Lässt sich übrigens natürlich auch mit anderen Begriffen machen. Ich mag auch den Suchbegriff „Onesie“, weil ich dann endlich Gleichgesinnte sehe, aber nun gut…)

Platz 2: Twitter

Twitter ist ja immer ein wenig so der Ort des Internets, an dem man entweder selber gerne ist oder man wird von anderen dafür ausgelacht. Entweder man liebt Twitter und nutzt es oder man versteht es nicht und versteht noch weniger die Menschen, die es großartig finden. Kein anderes Internetdings hat mir jedenfalls so viele Menschen in mein „echtes“, tägliches Leben gespült, die ich gar nicht mehr missen möchte. Das Gute an Twitter: Es ist immer was los, du wirst immer abgelenkt, wenn es sein muss. Das Schlechte an Twitter: Es ist immer was los und kann dann auch mal ordentlich auf den Wecker gehen. Trotzdem, ich liebe es. Die große Kunst ist es eben, sich eine gute Timeline zusammenzustellen. Also Leute zu finden, die man gerne liest und die interessante Links etc. teilen. Von meinen Lieblingsautoren, über Schauspieler, die ich anhimmele, bis zu guten Freunden, mit denen ich gestern noch im Kino war – die Mischung bei Twitter und der unmittelbare Kontakt zu selbst ganz entfernten „Promis“ und Co. ist immer wieder ein großer Spaß. Schließlich hat mir so zum Beispiel auch der Moderator Ralph Caspers eine Autogrammkarte im Trauerkartenumschlag nach Hause geschickt. Das ist Twitter.

Autogrammkarte

Platz 1: Literaturschock

Im Mai 2008 habe ich mich im Bücherforum von Literaturschock angemeldet und vermutlich hat es mich bisher an keinem anderen Internetort so lange gehalten. Es gibt ja unzählige Literaturforen, in denen sich andere Buchsüchtige austauschen und über ihre neusten Leseschätze sprechen. Ich habe mir im Laufe der Jahre auch immer mal wieder welche angesehen, aber ich muss sagen, an Literaturschock kommt einfach kein anderes heran. Auf den Punkt zu bringen, was es ganz genau ist, das hier so toll ist, fällt mir wirklich schwer. Sicherlich natürlich die Mitglieder, ihre Art miteinander umzugehen und die wundervollen Bücher, die besprochen werden. An keinem anderen Platz im WWW fühle ich mich so zuhause. Es gibt für mich nichts Schöneres, als mich mit einer großen Tasse Tee nach einem Arbeitstag vor dem Laptop zu setzen und durchs Forum zu lesen. Irgendwer liest immer gerade ein spannendes Buch, von dem berichtet wird oder man ist selber in einer Leserunde eingebunden, in der man mit anderen über die derzeitige Lektüre diskutiert. Ich hätte sicherlich mehr als die Hälfte meiner Lieblingsbücher nie gelesen, wenn ich dort nie Mitglied geworden wäre. Und überhaupt hat es auf ganz vielen kleinen Wegen immer wieder Einfluss auf mein Leben gehabt. Schon irgendwie irre, dieses Internet. ♥

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