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My Weekend with Bobcat

a.k.a “Wie es kam, dass wir uns alle ein wenig sehr in Bobcat Goldthwait verliebten”

[Warnung: Beinhaltet extremes Fangirling!]

Wie schon berichtet stand vom 11. bis 15. September das Oldenburger Filmfest an und Jurypräsident war ein Held meiner Kindheit: Bobcat Goldthwait. Ja genau, Zed aus “Police Academy” (klick und hier ich fangirlte ich auch schon ein wenig). Da drei seiner Filme hier als Tribute gezeigt wurden, habe ich mir direkt Karten für seinen neusten Film “Willow Creek” und einen älteren mit Robin Williams, “World’s Greatest Dad”, gesichert. Dann wartete ich vorfreudig auf das Wochenende, an dem die beiden gezeigt werden sollten und hoffte, dass er dann auch dabei sein wird, um sie vorzustellen, damit ich meinen Helden endlich mal so ganz in echt sehen konnte. Aber erstens kommt es ja anders, und zweitens als man denkt.

tributebobcat

Da ich ein paar Tage vor dem Festival schon ein wenig am Hyperventilieren war und das eine gewisse Person mitbekam, die mittendrin statt nur dabei sein würde, bekam ich die unglaublich tolle Einladung am zweiten Filmfesttag mit zu einem der Empfänge zu kommen – Bobcat sollte auch dort sein. Mein Einsatz: Ich würde ein Interview mit ihm führen (dass es ein Video-Interview sein sollte, erfuhr ich – Göttin sei Dank – erst so kurzfristig, dass ich nicht mehr abspringen mochte). Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal in meinem Leben so aufgeregt war. Die Vorstellung mit meinem geliebten “Zed” in einem Kinosaal sein zu können, war schon fangirlmäßig kaum zu übertrumpfen, und das auch noch hier in meiner kleinen Heimatstadt, aber mit ihm zu reden?! Wow.

Am Donnerstag, der Tag an dem abends das Interview folgen sollte, war ich hauptsächlich damit beschäftigt mir die Fragen an ihn durch den Kopf gehen zu lassen. Als ich in der Mittagspause dann raus bin, um mir vom Bäcker ein Brötchen zu holen, standen gerade einige andere Filmfest-Gäste vor dem Rathaus, da Seymour Cassel dort soeben das Große Stadtsiegel erhalten hatte. Ich sah rüber zu meinem Lieblingscafè und wer saß da? Bobcat. Da habe ich mich schon total gefreut, dass ich ihn wenigstens gesehen habe, habe kurz überlegt mir heute ganz zufällig auch einen Kaffee dort zu gönnen, entschied mich aber dagegen. Das konnte ich einfach nicht … Also bin ich freudestrahlend erstmal weiter zum Bäcker.

Ich schlenderte dann durch die Stadt, freute mich noch immer, dass mein geliebter “Zed” hier gerade in Oldenburg ist und dann kam er mir genau entgegen. Ganz alleine. Ich hatte zum Glück keine Zeit drüber nachzudenken, weshalb ich ihn einfach angequatscht habe. Wir smalltalkten ein wenig über das Filmfest, er gab mir auch gleich die Hand, und da ich mir so doof vorkam, ihn einfach angequatscht zu haben und mich erstmal entschuldigte, sagte ich ihm dann natürlich noch, dass ich mich so freue ihn zu treffen, weil er sowas wie mein Kindheitsheld ist. Er war gerührt, lachte und fragte dann, ob ich nicht ein Telefon dabei habe, um ein Foto zu machen. Während ich also mein Telefon suchte und danach dann die Kamerafunktion darauf, erzählte ich ihm noch, dass ich heute Abend eventuell noch ein Interview mit ihm mache – wenn er denn zu dem Empfang kommt. Er glaubte schon, dass er dabei sein würde. Yeah! Jetzt freute ich mich noch mehr, denn er war so entspannt und toll und nett und hach, dass ich wusste, dass das so schlimm gar nicht werden kann.

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Am Abend wurde es dann noch einmal spannend. Es regnete immer wieder, alles fand draußen statt, irgendwie waren die Stargäste nicht in Sicht und so richtig sicher, dass er kam, war es auch nicht. Außerdem erzählte man schon, dass er wohl nicht so richtig in die Jurygruppe integriert sei und viel alleine mache (daher kam er mir also auch alleine in der Stadt entgegen …). Aber dann war er doch plötzlich da, ich freute mich, und als er zu uns zum Interview gebeten wurde, erkannte er mich gleich wieder. Auch da war er wieder so herzig und entspannt und einfach total nett, dass ich gar nicht so aufgeregt war und mein erstes Interview auf Englisch und vor laufender Kamera über die Bühne brachte. Ich hatte die Hoffnung, dass wir nur seine Antworten verwenden würden und nicht komplett alles, aber nun gut, da muss ich nun durch. Hier ist jedenfalls mein Gespräch mit ihm, auf Video gebannt:

Viele Tränen und gute Filme (“Zed”-Blick bei 1:15 Minuten!! Ich bin fast gestorben!!)

Und hier die “Stills” oder wie man das auch immer nennt:

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Alle, die bisher irgendwie mit ihm zu tun haben sind komplett verzückt von ihm. Und neben der Interview-Sache gab es ja auch noch für mich zwei seiner Filme. Am Samstag war es dann Zeit in reizender Gesellschaft zweier Fangirl-Kolleginnen (ihr erinnert euch: eine reiste extra aus Berlin an) sich einen anzusehen:

Willow Creek (Trailer)

BUJTFESIMAAfZwSEin Horrorfilm im Found-Footage-Stil wie “The Blair Witch Project”: Ein Paar reist mit Videokamera bewaffnet nach Willow Creek, der Pilgerstätte für Bigfoot-Fans, hier soll er (bzw. seine Spezies) gesichtet worden sein. Auf dem Weg führen sie Interviews und stellen die Gegend vor, bis es dann mit Campingausrüstung direkt in den Wald geht. Und da geht es dann ordentlich gruselig zu … Besonders spannend dabei ist eine 19-minütige Szene, in der die beiden nachts im Zelt sitzen, die Kamera filmt sie, und draußen kommen merkwürdige Geräusche immer näher, bis irgendetwas sogar ihr Zelt berührt. Schön schaurig und dabei auch noch ziemlich witzig. Wir waren alle drei sehr angetan von dem Film.

Besonders toll war natürlich, dass Bobcat Goldthwait, Regisseur und Drehbuchautor des Films, danach für eine Fragerunde parat stand und ein paar ziemlich unterhaltsame Anekdoten vom Filmdreh erzählt hat. Zum Beispiel wie er seine Darsteller mit Steinen bewarf, um sie zu erschrecken, oder wie ihm nachts beim Dreh diverse Tiere gefährlich nahe kamen, und wie witzig es eigentlich wäre, wenn “Bobcat gets killed by bobcat”. Da er im Interview oben verraten hatte, dass er gerade noch einen Horrorfilm auf dem Plan hat, freue ich mich schon mal sehr!

Und heute am Sonntag, am letzten Filmfesttag, ging es in:

World’s Greatest Dad (Deutscher Trailer)

Hui, ziemlich harter Tobak, ein Film ganz nach meinem Geschmack! Robin Williams spielt Lance, den Vater eines pubertierenden Teenagers, Kyle, der nur Pornos im Kopf hat und seinen Vater ziemlich tyrannisiert. Lance, der sich immer wieder von seinem Sohn unterbuttern lässt, ist auch noch Lehrer an dessen Schule und steht daher immer in der Schusslinie, wenn sich sein Sohn mal wieder ordentlich daneben benommen hat. Kyle stirbt in einer, sagen wir mal, recht prekären Sitatuation und sein Vater lässt es nach dem ersten Schock wie ein Selbstmord aussehen und schreibt in seinem Namen einen Abschiedsbrief. Eins kommt zum anderen und schließlich steht der verstorbene Kyle, der perverse egomanische Teenager, als Held da und für seinen Vater läuft nun auch alles rund. Nur wird die Lügengeschichte immer mehr zum erschreckenden Selbstläufer. Ein Film, der manches Mal hart an der Geschmacksgrenze schrammt, aber uns hat er sehr gut gefallen.

Besonders bewegend fand ich Bobcats Kommentare, denn auch hier hat er nach der Präsentation wieder Rede und Antwort gestanden. Er erzählte zum Beispiel von seiner gemeinsamen Tour mit Nirvana. Bei ihnen trat er im Vorprogramm auf, Kurt Cobain soll ein großer Fan von ihm gewesen sein. Daher zog er einige Parallelen zwischen dem Tod von Cobain und der Filmgeschichte. Lustigerweise wurde ihm die Ähnlichkeit erst durch eine Nacktszene von Robin Williams bewusst: Der schwimmt nämlich am Ende in einem Pool und sieht, laut Bobcat, ein wenig so aus wie das Cover von “Nevermind”, nur mit einem alten Mann anstelle des Babies. Krist Novoselic von Nirvana ist auch kurz im Film zu sehen. Und ja, zurück zu Robin Williams’ Poolszene: full frontal nudity. Dazu gab es auch noch ein paar Fragen aus dem Publikum, weshalb sich ein paar lustige Gespräche über den Penis von Williams und den von Goldthwait ergaben (Robin Williams wollte nicht so gerne dabei gefilmt werden, wie er nackt vom Sprungturm ins Wasser springt, also hat Bobcat Goldthwait das übernommen. Die Szene im Wasser sei aber definitiv Robin Williams, weil Bobcat eher so wie eine Putte (“Cherub”) im Wasser ausgesehen hätte). Wir haben jedenfalls wieder viel gelacht und auch meine Begleitung heute ist Bobcat ein wenig verfallen.

So langsam fällt all die Anspannung von mir ab und ich freue mich, dass ich meinen Kindheitshelden nun noch sehr viel lieber gewonnen habe. Wir sind uns alle einig gewesen, dass er jemand ist, mit dem man sich einfach mal zusammensetzen möchte, nur um seinen Geschichten von früher zuzuhören. Ich bin jedenfalls kompletto fix und fertig von dem Wochenende und freue mich schon darauf, dass bald die Police-Academy-Collection bei mir eintrifft. Dann werde ich noch einmal Kind sein, aber Zed mit ganz anderen Augen sehen ♥

3 Comments

  1. Pingback: So viele Fragen! | Cookie's Magic Wonderland

  2. Pingback: Life in a Week – No. 14 | Cookie's Magic Wonderland

  3. Wahnsinnig toll und aufregend🙂 Schön geschrieben! Und freut mich, dass Du so tolle Erfahrungen machst und Deinen Kindheitshelden treffen konntest. Das ist ja wirklich was Besonderes🙂

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