Unterwegs
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Do It With a Rockstar

Und dann stieg eine der großartigsten Partys meines Lebens im beschaulichen Eschwege, in einer Scheune, die für eine Nacht für Feierwütige aus ganz Europa geräumt wurde. Aber mal von Anfang an:

2005 sah und hörte ich die Dresden Dolls zum ersten Mal. Das war in Berlin und sie waren die Vorband meiner musikalischen Götter Nine Inch Nails. Ich war sofort hin und weg und danach zählten auch sie, Keyboarderin und Sängerin Amanda Palmer und Drummer Brian Viglione, zu meinen Lieblingsbands. Brechtian Punk Cabaret nannte sich ihre Musik, irgendwo zwischen der Dreigroschenoper und Punk, mit ganz viel Moll und Lady-Power.

Seitdem habe ich sie 2006 noch einmal im Übel & Gefährlich in Hamburg gesehen und Amanda dann noch einmal solo in Hamburg – ich glaube es war 2008.

Heute „pausieren“ die Dresden Dolls, Amanda Palmer ist noch immer solo unterwegs und inzwischen mit dem Kult-Autoren Neil Gaiman verheiratet (ich bin damals fast ausgeflippt vor Freude, als ihre Beziehung bekannt wurde – Disney ist ein Witz dagegen!). Amanda Palmer ist nicht nur eine großartige Musikerin, sondern ein Vorbild in so vieler Hinsicht. Unter anderem ist sie eine Vorreiterin, was das Prinzip Crowdfunding angeht. Nachdem sie sich von ihrer Plattenfirma getrennt hatte, rief sie 2012 über Kickstarter ihre Fans dazu auf, ihr neues Album mitzufinanzieren. Jeder konnte geben, was er wollte. Ab bestimmten Geldbeträgen gab es dann Downloads, CDs und sonstige Fan-Pakete als Anreiz. Und für 5000 Dollar gab es eine House Party mit ihr. Es fand sich jemand, der das Geld vorstreckte, es fand sich eine Location, es fanden sich knapp 70 Leute, die Geld dazulegten und mitmachten – und nun fand die Party endlich statt!

Die liebe Strahli stellte ihre Scheune im zentralen Eschwege zur Verfügung und – wie bereits geschrieben – reisten Amanda-Sympathisanten aus mindestens ganz Europa an. Wir waren schon alle ein wenig frustriert, weil sich der Termin für die Party seit Juni 2012 immer wieder verschob, doch umso netter war die Überraschung, als das Datum auf den 8. November 2013 fiel und bekannt wurde: Amanda kam nicht alleine, sondern hatte ihre Band, das Grand Theft Orchestra, dabei! Obwohl sie vorher ankündigte, keine Instrumente zu benötigen, da sie nur auf ihrer Ukulele spielen wollte und die Band nur als Gäste mitkamen, zückten sie dann doch alle ihre Instrumente und spielten uns ein kleines Privatkonzert.

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Erst ein paar wenige Palmer-Songs, dann stiegen sie eigentlich überall mit ein, was das kleine Publikum anstimmte. Ein buntes Potpourri der Musikgeschichte, von „Billy Jean“ über „99 Luftballons“ und „Walk On the Wild Side“ bis hin zu „Should I Stay Or Should I Go“ – so eine großartige Stimmung habe ich echt selten erlebt. Alle waren in Feierlaune und der Band schien der Abend auch sichtlich Spaß zu machen. Es gab keine richtige Bühne, es war wirklich eine kleine Party, auf der ein paar Leute einfach mal mit allen musizierten. Zum Schluss holte Amanda dann doch noch ihre Ukulele raus, Leute aus dem Publikum griffen sich das Mikro und dann wurden zu „Über den Wolken“ auch direkt die Wunderkerzen angezündet.

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Abschied zu nehmen von einander fiel uns nach dem Abend wirklich schwer. Es war eine Nacht voller toller Leute und guter Musik und ich habe mein Herz ein wenig in der Scheune in Eschwege verloren ♥

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Übrigens:

    • Amanda am Tag nach der Party auf Twitter:
  • Gillian Grassie stimmte uns an dem Abend mit ihrer Harfe ein. So tolle Musik! Ihre CD läuft nur noch rauf und runter bei mir.
  • Es gab veganes Buffet von No Tiers. So lecker! Wer in Berlin lebt und demnächst einen Caterer braucht, hat ihn hiermit gefunden.
  • Hier ist Amanda Palmers unschlagbar offener Brief an die Daily Mail, nachdem die fast ausschließlich darüber berichtet hatten, dass Amanda auf dem Glastonbury Festival ihr BH verrutscht war. PS. OH MY GOD: NIPPLE!!
  • Mein Lieblingssong vom neuen Album
  • … und wegen Songs wie diesem habe ich mich damals in die Dresden Dolls verliebt.
  • Amanda Palmer Rede bei TED über “The Art of Asking”
  • Ein Video – noch mehr Fotos!
  • Und last but not least: Lasst die Ratte raus!!

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  1. Pingback: [2013] Das letzte Jahr | Cookie's Magic Wonderland

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