Tagebuch, Unterwegs
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Danke für alles, Monty Python

Cookie in London Teil 1

Ihr kennt das sicher, dass man manchmal inne hält und darüber nachdenkt, was im Leben anders gewesen wäre, hätte man bestimmte Dinge nicht getan oder bestimmte Menschen nicht kennengelernt. Der Butterfly-Effekt im persönlichen Leben. Am 19. Juli 2014 saß ich abends in der o2-Arena in London, voll Vorfreude, und dachte mir: „Wow, wenn es die Typen hier nicht gäbe, wäre mein Leben vermutlich ganz anders verlaufen.“ Und da alles ziemlich perfekt ist, so wie es nun ist, ist es an der Zeit mal danke zu sagen. Danke Terry Jones, Graham Chapman, John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idle und ein ganz besonders großes Dankeschön an Michael Palin. Danke, Monty Python!

Wait, what? Warum? Was haben die denn getan?
Zu Teenager-Zeiten hatte ich schon eine große Liebe für den Humor der Pythons entwickelt. Nach dem Abi kam dann diese Phase, in der man einfach nicht so richtig weiß, wo man hingehört, was man machen will und in der einen sowieso alles überfordert. Also mich damals zumindest. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich durchgedreht wäre, wenn ich nicht an ganz besonders schlimmen Selbstzweifel-Zukunftsangst-Tagen immer mal eine Folge von „Monty Python’s Flying Circus“ gesehen hätte. Auf einmal war alles so furchtbar absurd, dass selbst die schlimmsten Momente auch immer irgendwie was zum Lachen hatten. Daher: Danke fürs Alles-immer-irgendwie-wieder-Gutmachen!

Dann habe ich ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Kinderpsychiatrie gemacht. Obwohl es in jeder Hinsicht eine großartige Zeit war, gab es – wie man sich sicherlich gut vorstellen kann – immer wieder echt harte Momente. Göttin sei Dank war unsere Stationsleitung eine perfekte Python-Zitiererin. Immer, wenn einem alles über den Kopf zu wachsen drohte, hatte sie einen passenden pythonesquen Spruch parat (mal ganz davon abgesehen, dass wir Erwachsenen öfters per imaginärer Kokosnuss-Pferde die Kinder zum Reingehen motivieren konnte. Manchmal war die Linie zwischen Psychiatrie-Patienten und Betreuer eine sehr dünne…). Schon war alles halb so wild und alles fast wieder gut. Danke fürs Immer-wieder-zum-Lachen-Bringen!

Danach habe ich angefangen zu studieren. Während der Schulzeit war Geschichte meine große Liebe, ich dafür aber immer eher mäßig begabt. Also kam das Geschichtsstudium nicht in Frage. Sozialwissenschaften und Philosophie sollten es sein. Yeah! Allerdings merkte ich schon nach den ersten Wochen, dass mir – vor allem in Philosophie – die historischen Hintergründe mehr Spaß machten, als das, was Sokrates und Co. da so von sich gegeben hatten. Aber ich wusste, dass ich für Geschichte zu schlecht war und wusste einfach nicht, was ich machen sollte. An einem dieser Zweifel-Tagen sah ich dann eine Dokumentation über die Pythons (oder nur Michael Palin…?). Auf jeden Fall gab es einen Rückblick zur Studienzeit von Palin (meinem Lieblingspython) und er wurde gezeigt, wie er in Oxford umgeben von Büchern an einem Tisch mit Büchern saß und studierte: Geschichte. Am nächsten Tag bin ich dann zum Immatrikulationsamt und habe mich für Geschichte umgeschrieben. Ein absolutes Herzstudium, bei dem mir jede Minute Spaß gemacht hat und 2012 habe ich dann sogar meinen Masterabschluss mit einer fetten 1 vorne in der Endnote beendet. Außerdem durfte ich im Studium ein Semester in England studieren und mich den Pythons mal ganz nah fühlen. Danke Michael, fürs Letzte-Schubsen-in-Richtung-richtiger-Weg!

Pilgertour während des England-Studiums zu Palins altem College in Oxford.

Pilgertour während des England-Studiums zu Palins altem College in Oxford.

Und als ob das nicht schon, für mich persönlich, genug awesome Sachen sind, habe ich in diesem Jahr auch noch einen ganz besonders tollen Menschen durch die Pythons kennengelernt. Alleine wegen der Live-Shows. Dafür auch noch mal ein ganz besonders fettes MERCI, meine lieben Monty Python!❤

And now for something completely … ach, ihr wisst schon
So, all dem Abschweifen kommen wir nun wieder zurück in die o2-Arena am Samstag, 19. Juli 2014. Ich hatte nämlich, wie aufmerksame Leserinnen und Leser schon erfahren haben, im letzten November Karten ergattert für eine der zehn Live-Shows der Pythons in London. Also habe ich meine beste Freundin zum Glück nicht lange überreden müssen und wir waren für ein paar Tage in London, um als Highlight die Live-Show zu sehen. Mir sind noch so viele Eindrücke im Gedächtnis geblieben. Alleine diese unfassbar riesige o2-Arena, in der immerhin Platz für 20.000 Menschen ist. Und um die eigentliche Arena herum, aber immer noch unter dem gleichen Dach, ist eine riesige Entertainment-Meile mit Restaurant und Clubs und Bars. Das alleine war schon echt beeindruckend. Unsere Plätze in der Arena waren ziemlich weit oben, und hui!, obwohl ich keine Höhenangst habe, war das doch ein bisschen angsteinflößend, weil es so steil runter ging. Erst als direkt vor uns Leute saßen, ging es (übrigens saß vor mir ein Typ im Ghostbusters-Shirt. Yeah!)

Steil ging es runter...

Steil ging es runter…

Der Blick von unseren Plätzen in der Arena

Der Blick von unseren Plätzen in der Arena

Und das war der Blick auf die Bühne. Außerdem gab es drei Leinwände, auf denen aller übertragen wurde.

Und das war der Blick auf die Bühne. Außerdem gab es drei Leinwände, auf denen alles übertragen wurde.

Und die Show war der absolute Hammer. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie unglaublich es war, seine großen Helden da direkt vor sich zu haben. Ich kann mir jedenfalls nichts vorstellen, was in ähnlicher Weise großartig wäre. Daher sind die Pythons live das absolute Lebenshighlight ever für mich. Ich habe am Anfang vor lauter Freude auch nur ein ganz kleines bisschen geweint… Aber auch das Drumherum war nur toll. Wie ein Python-Disney-Land. Überall Fans, hunderte Python-T-Shirts und viele kamen sogar verkleidet. Wir sahen vor allem Gumbys, Holzfäller, Bruces und natürlich sämtliche Kardinäle der Spanischen Inquisition. Und seht euch den Merchandise-Stand an:

Stuff for Money

Stuff for Money

Look! Der Beweis: Ich war da \o/

Look! Der Beweis: Ich war da \o/

PS. In der o2-Arena lag mittlerweile der große, tote Papagei, der als Python-Hommage zuvor an der Tower Bridge lag. Natürlich mussten wir ihm einen Besuch abstatten und Fotos machen. Wer nicht weiß, was es mit dem Dead Parrot auf sich hat: shame on you! Und sofort das hier gucken.

This is an Ex-Parrot

This is an Ex-Parrot

To be continued.

3 Comments

  1. Pingback: [2014] Das letzte Jahr | Cookie's Magic Wonderland

  2. Pingback: London, Baby! | Cookie's Magic Wonderland

  3. OMG, ich liebe Monty Python auch. Die sind großartig. Meine Sitznachbarin in der Schule und ich haben “Der Sinn des Lebens” auswendig gelernt und uns in langweiligen Stunden immer vorgestellt, dass wir den Film ansehen. Alle paar Minuten haben wir abgegelichen, welche Stelle wir gerade “ansehen”, damit wir gleich schnell und synchron waren *gg* Das waren die Lichtblicke im Schulalltag🙂

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