Spiele
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Abenteuer-Spielbücher. Eine große Liebe.

Als Eskapistin und Spielkind liebe ich die Idee von Rollenspielen: Man spielt einen Charakter und gemeinsam mit anderen muss man in einer imaginären Welt Dinge tun und Aufgaben bestehen. Leider hat mich das tatsächliche Spielen dann noch nicht so in seinen Bann gezogen, wie ich vermutet und gehofft hatte. Vermutlich lag es daran, dass ich es das erste Mal in einer Spielgruppe versucht habe, in der alle schon seit langer Zeit aufeinander eingestimmt waren und sich schon sehr gut kannten. Als Neuling fühlte ich mich dann doch eher unwohl. Vielleicht sollte ich es noch einmal mit wirklich guten Freunden versuchen? Es gibt jedenfalls so viele Rollenspiel-Themen, die mich wirklich sehr reizen.Spielbücher

Umso mehr schätze ich daher aber Abenteuer-Spielbücher. Das sind quasi Rollenspiele, die man alleine spielen kann. Dazu wird man Teil der Geschichte und kann sie beeinflussen, muss Kämpfe bestehen und im schlimmsten Fall stirbt man und muss von vorne beginnen. Alles was man dazu braucht ist das Buch, klar, Würfel sowie Stift und Papier. In die Geschichte geht man dann man mit entsprechenden Fähigkeiten, die man vorher auswürfelt. Das können zum Beispiel Geschicklichkeit, Stärke, Glück oder Klugheit sein. Manchmal gibt es noch ein paar Gegenstände mit auf den Weg und dann kann es losgehen.

Die Geschichte ist dann in viele verschiedene Abschnitte eingeteilt, und bei Nummer 1 beginnt man. Logisch. Dann liest man sich von Nummer zu Nummer und immer wieder endet ein Abschnitt damit, dass man zum Beispiel verschiedene Möglichkeiten hat weiterzumachen. Also entscheidet man sich für eine davon und wird zur entsprechenden Nummer geleitet. So spielt man sich durch die Geschichte und natürlich beeinflusst jede gewählte Möglichkeit die Geschichte entsprechend. So kann man ein Buch auch immer wieder spielen und jedes Mal passiert etwas anderes, weil man irgendwo einen anderen Weg wählt oder anders handelt.

Unterwegs kann man dann Dinge erhalten, Geld verdienen, Hinweise finden – und je nach Geschichte kann man dann auch mal in Kämpfe verwickelt werden. Wer gewinnt und ob man den Kampf übersteht, entscheidet sich dann wieder durch die Würfel. Dazu benötigt man dann auch Stift und Papier. Hier werden die Fähigkeiten und der eventuelle Schaden festgehalten, alles kann sich im Lauf der Geschichte verändern und muss daher immer notiert werden. In den Büchern gibt es eigentlich immer einen kleinen Vordruck, in dem man diese Angaben festhalten kann, aber ich schreibe es lieber „extern“ auf. So muss man nicht immer blättern und vor allem muss man so nicht im Buch herumschreiben.

Besonders von Steve Jackson (übrigens nicht der vom Kartenspiel „Munchkin“) und Ian Livingstone gibt es richtige Schätze. Ich liebe zum Beispiel sehr „Das Höllenhaus“ von Jackson. Die Geschichte dazu ist so die klassischen Horrorstory: Man strandet bei heftigem Regen irgendwo in der Pampa, das Auto ist kaputt und es gibt nur ein altes Haus in der Nähe. Also bittet man dort um Hilfe, doch landet in einem, ja, „Höllenhaus“, in dem lauter furchteinflößende Dinge passieren. Das Buch finde ich wirklich sehr gruselig und ich habe es auch noch nie bis zum Ende gespielt, weil mein Charakter vorher immer irgendwie stirbt. Meistens vor Angst … Aber das Buch nehme ich immer wieder gerne zur Hand und spiele ein bisschen, weil es bei der richtigen Stimmung wirklich gruseliger als ein Horrorfilm sein kann.

Es gibt aber natürlich auch noch andere Themen. Ich habe zum Beispiel auch noch Krimi-Spielbücher im Schrank stehen, bei denen man gemeinsam mit Sherlock Holmes Verbrechen aufklären muss. Da muss man dann wirklich extrem aufpassen, welche Entscheidungen man trifft, welche Fragen man den Leuten stellt, um an die richtigen Infos zu kommen.

Neuere Ausgaben gibt es zum Beispiel von Pegasus. Da haben mich bisher vor allem die Geschichten gereizt, die in der „Der Hexer von Salem“-Welt spielen. Und auch von Markus Heitz habe ich neulich Fantasy-Spielbücher in meinem Spieleladen entdeckt. Man kann also auch jenseits von Flohmarkt und Co. inzwischen wieder Spielbücher finden, was super ist. Und ich habe mich schon einige Male über bekannte Autoren gefreut. Zurzeit lese ich zum Beispiel gerade “Das schleichende Grauen”, das von Bernd Perplies, von dem ich die Magierdämmerung-Trilogie sehr mag, und Christian Humberg, von dem ich gerade “Geek, Pray, Love” verschlungen habe, geschrieben wurde.

Ich liebe die Spielbücher wirklich sehr, weil es dem Leser noch mal ganz anders ermöglicht, in eine Geschichte einzutauchen und sie aktiv mitzugestalten. Dazu findet sich für fast jeden Geschmack das richtige Thema, ob Horror, Sci-Fi, Fantasy oder Krimi. Gebrauchte Bücher kann man mit etwas Glück schon sehr günstig ergattern und wer Spaß an Rollenspielen und Co. hat, sollte es unbedingt mal ausprobieren.

Spielt ihr auch solche Bücher? Habt ihr Lieblinge, die ihr empfehlen könnt? Geschichten, die man unbedingt mal gespielt haben sollte? Dann immer her damit!

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  4. Ohh, da werden ja Erinnerungen wach! Von Steve Jackson und Ian Livingstone hatte ich auch zwei dieser Spielbücher, eins steht davon auch noch in meinem Bücherregal. Oh was habe ich die geliebt! Untereinander wurden sie ausgetauscht, gefühlte 100x gespielt, Tipps und Tricks ausgetauscht… Schön war’s!🙂

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  5. Hey, dieses Sherlock Holmes-Spielbuch habe ich auch ^^
    Die anderen kenne ich nicht, die von Pegasus sehen aber gut aus. Eine Reihe, die ich noch habe, ist “Sagaland” von Dave Morris und Jamie Thomson. Momentan sind die Bücher als “Legenden von Harkuna” wieder auf dem Markt.
    Ohne deinen Beitrag wäre mir das jetzt wohl entgangen, ich bin dann nämlich doch eher zum gemeinschaftlichen Pen & Paper übergegangen, was tatsächlich noch mehr Spaß macht😉

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  6. Ich glaube du hast ein Monster erschaffen…ich mochte solche Bücher als Kind total gerne, habe das bis zu diesem Moment aber irgendwie verdrängt. Ich muss mir sowas wieder anschaffen. Hallelujah!

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