Vegan
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[Projekt V] So ganz komplett jetzt!(?)

Folgende Situation am Tisch (ein Mash-Up meiner Erlebnisse – keine Übertreibung – die ich mal auf einen Nenner gebracht habe):

X: „Cookie, ein Stück Fleisch?“

Cookie: „Nein, danke.“

X: „Warum? Isst du kein Fleisch?“

Cookie: „Jop, esse kein Fleisch.“

Y: „So richtig konsequent? Ich könnte das ja nicht. Wobei ich hauptsächlich nur Bio-Fleisch esse.“

Z: „Geht mir auch so. Ich esse auch nur ganz selten Fleisch. Ist eigentlich schlimm, was da in der Massentierhaltung passiert.“

Y: „Absolut! Darum achte ich darauf, wo mein Fleisch herkommt … o ja, ich nehme noch ein Stück, danke.“

X: „Wir können ja auch nicht alle von heute auf morgen aufhören, Fleisch zu essen. Dann würde die ganze Wirtschaft kollabieren. Und was ich ja gar nicht verstehe, sind die Veganer. Das ist mir echt eine Nummer zu krass.“

Z: „Und nicht gesund! Da musst du so viel Nahrungsergänzungszeug nehmen. Das ist krank.“

Y: „…und außerdem gibt es die Tiere ja letztlich nur noch, weil wir sie züchten. Nutztiere wie Kühe und Schweine würde es gar nicht mehr geben, wenn wir sie nicht züchten und essen würden!“

….

[Später]

X,Y,Z: „Schlimm die Vegetarier, haste davon einen am Tisch, gibt es nur das eine Thema. Die binden es einem immer direkt auf die Nase!“

_____

Situationen die wie diese waren immer ein Grund für mich dafür, nie komplett vegan zu leben. Wenn Leute merkten, dass ich Vegetarierin bin, war mir das schon immer unangenehm genug, weil ständig Diskussionen folgten, was ich gar nicht wollte. Zuhause komplett vegan, ja, unterwegs war ich undercover und nur so auffällig wie nötig, weil ich allen Diskussionen aus dem Weg gehen wollte. Also doch die normale Käsepizza bestellen, nur nicht auffallen. Nur nicht den Leuten auf die Nerven gehen. Bloß nicht exotisch sein.

Ich möchte das nicht mehr. Ich möchte, dass aus meinem [Projekt V] ein komplett veganes Leben wird. Ich merke, dass es mir ohne Milchprodukte und Co. einfach besser geht (eine genaue Liste unendlich vieler Gründe erspare ich euch). Der Höhepunkt war neulich beim Italiener, als mir von der Pizza mit Käse so schlecht wurde, dass ich dachte, ich müsste zum Klo eilen …

Ich möchte den Umstieg nun komplett schaffen und mich outen. Als Veganerin. Loud and proud. Ich möchte mich nicht mehr schlecht fühlen, wenn mich andere abfällig auf meine Ernährung ansprechen. Ich möchte mich nicht mehr schlecht fühlen dafür, dass ich im Restaurant Sonderwünsche habe.

Ob ich das schaffe…? Haben die Veganerinnen und Veganer unter euch Tipps, please?

10 Comments

  1. Pingback: [Projekt V] So ganz komplett jetzt!(?) – Teil 2 | growing up is for losers

  2. Ich überlege mir manchmal spontan einen Priesterkragen umzulegen sobald die Leute ungefragt wieder beginnen sich zu rechtfertigen. *lach* Und dabei bin ich auch nur Teilzeitveganer.^^

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  3. Ich habe das gleiche Shirt!😄 Ähem. Ja, dann viel Erfolg bei der Umsetzung und willkommen auf der veganen Seite der Welt (oder so) ^^
    Mir gehen die Diskussionen auch immer auf den Keks, die sich jedes Mal entwickeln – vor allem wenn mich die Leute BEIM ESSEN fragen, warum ich Veganerin bin und mich dann entsetzt angucken, weil ich ihnen mit der Antwort den Appetit verderben könnte … -.-
    Ansonsten hilft es wie bereits von allyalert erwähnt, sich vorher zu erkundigen, wo es etwas veganes gibt. In manchen Restaurants muss man leider immer noch alle nicht-veganen Zutaten einzeln aufzählen, aber gerade in größeren Städten fährt man mit dem vegan-guide http://de.veganguide.org/ oder (international) mit Happycow http://www.happycow.net/ bei der Recherche ganz gut. Letzteres gibt’s sogar als App.
    Ansonsten … Falls du spezielle Fragen haben solltest, stehe ich immer bereit, die soweit ich das kann zu beantworten und dich mit diversen Schwänken aus meiner bisherigen Zeit als Veganerin zu Tode zu langweilen!😀
    Flauschige Grüße🙂

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  4. Ich habe nicht sehr viel mit anderen Menschen zu tun in meinem Alltag, womit ich es um einiges leichter habe, vegan zu sein, denn ich bin es für mich alleine, koche nur für mich und meine Eltern (die einzigen, mit denen ich zusammen esse) sind verständnisvoll und unterstützen mich.

    Es gibt natürlich die komplette Palette an Kontersprüchen (dafür empfehle ich “Der Graslutscher” mit seiner Website oder auf Facebook), aber damit ist man dann der*/die* militante Veganer_in und macht sich noch Feinde. Auf gesundheitliche Gründe nehmen Menschen viel mehr Rücksicht, du könntest zB erklären, dass dir Milchprodukte einfach nicht mehr gut tun und du deshalb drauf verzichtest, ist ja nicht mal gelogen. Das erleichtert definitiv den Umgang mit den ganz Ignoranten, weil die sich dann nicht angegriffen von deiner Ethik fühlen. Ansonsten vorher bei Restaurants erkundigen, welche Gerichte vegan sind und dann ganz lässig das bestellen ohne “vegan” überhaupt zu erwähnen. Ich bin durch einen Retweet auf deinen Blog gestoßen und wünsche dir bei deinem veganen Weg alles Gute🙂

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    • Das war auch meine Idee – ab heute “vertrage” ich Milch einfach nicht mehr. Laktoseintoleranz ist ja auch immer mehr Thema und da fragt man in der Regel ja nicht weiter nach. Sehr gut, das werde ich so machen!🙂
      Danke dir!

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  5. Ich persönlich übe meist zuerst etwas zurückhaltung aus. Aber wenn mich Leute auf meinen veganen Lebensstil ansprechen gebe ich gerne auskunft. Ich probiere dabei niemanden zu überzeugen. Aber zumindest zum Nachdenken anzuregen. Damit bin ich bis jetzt ganz gut gefahren🙂 Und meistens sind alle sehr interessiert und haben sehr viele Fragen und sind froh wenn ich ihnen über meine persönlichen Ansichten und Erfahrungen berichte. Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute und viel Unterstützung bei diesem Schritt

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    • Du hast recht, vielleicht sollte ich da einfach etwas positiver heran gehen…
      Danke😉 (Übrigens toller Blog! Direkt in meine Abo-Liste gepackt und Tipps für Berlin notiert!)

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      • Ja ich denke das ist die richtige Einstellung🙂 Vielen lieben Dank für das Kompliment! Berlin ist wirklich eine super Stadt für Veganer. Ich werde in den nächsten Wochen noch einige Berichte über Berlin posten😉

        Ich habe mich auch gleich bei dir angemeldet und bin gespannt auf deine weiteren Artikel. Ich hoffe dein Projekt wird ein persönlicher Erfolg. Und solltest du einmal auf negative Reaktionen stossen, lass dich nicht verunsichern. Wir versuchen alle nur unser Bestes…aber auch auf unsere ganz eigene Art und Weise.

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