Spiele, Unterwegs
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Ein Wochenende für Spielkinder: die SPIEL 2015

Vom 9. Bis 11. Oktober war es endlich soweit und das Wochenende stand an, auf das ich mich schon seit Monaten freute: Es ging zur Spiele-Messe in Essen! Schon Wochen vorher studierten wir YouTube-Videos und Podcasts mit Neuerscheinungen und all dem, was man dort nicht verpassen darf. Und da wir in diesem Jahr das erste Mal dort waren, waren wir umso gespannter.

Tag 1

Am Freitagmittag ging es für uns los und auf dem Weg zur Messe haben wir schon leichte Panik bekommen: Es war nicht einmal 14 Uhr und uns kamen schon massig Leute entgegen, die schwer mit Spielen bepackt waren. Wir schwankten zwischen „O Gott, wir dürfen nicht so viel kaufen! Wir müssen widerstehen!!“ und „ES WIRD SCHON ALLES AUSVERKAUFT SEIN!!!“. Am ersten Tag stand für uns ohnehin erst einmal auf dem Plan, unsere Must-Haves anzusteuern: Vorbestellungen abholen und Spiele kaufen, bei denen wir sicher waren, dass sie schnell vergriffen sein werden. Daher navigierten wir am ersten Tag mehr so von Ziel zu Ziel und schauten zwischendurch mal rechts und links, was es noch so gab. Gut auf jeden Fall, dass wir unsere Messebegleiterinnen @Sintaura und @woerlinsel an der Seite hatten, die sich am Tag vorher schon einen Überblick verschafft hatten und uns durch die Hallen lotsen konnten.

Tag 2

Am Samstag haben wir die Zeit dann mal in Ruhe genutzt: Spiele angetestet, gespielt und gestöbert. Und ein wenig gefangirled: Die Jungs vom Dice Tower hatten einen Stand auf der Messe, daher haben wir mal Hallo gesagt. Und Ignacy Trzewiczek, der zum Beispiel mein geliebtes „Robinson Crusoe“ erfunden hat, war zufällig am Stand bei seinem Verlag Portal Games als wir dort vorbeikamen, also haben wir uns auch da ein Foto abgeholt. Übrigens kann ich seinen Blog Board Games that Tell Stories mit Brettspielgeschichten nur empfehlen.

Ganz besonders toll auf der Messe war, dass Hunter & Cron einen Konferenzraum für sich hatten, wo es Live-Stream-Programm gab: Im 15-Minuten-Takt waren Spieleautoren, Verlage oder Blogger/YouTuber/Podcaster zu Gast und haben mit ihnen über Neuerscheinungen und Co. gesprochen. Im Internet konnte man das live verfolgen und auf der Messe konnte man hingehen und zusehen. Wir haben das sehr genossen, weil es dort so schön ruhig war. Wir konnten dort ein bisschen sitzen und uns von dem Trubel in den Hallen erholen und trotzdem haben wir weiterhin Spiele-Infos bekommen. Nach dem letzten Gast am Samstagabend haben wir auch dort die Gelegenheit für einen Moment of Fangirling genutzt. Ich hoffe wir schaffen es im nächsten Jahr zur BerlinCon, die von ihnen organisiert wird, nachdem es in diesem Jahr leider terminlich nicht geklappt hatte.

Meine Ausbeute

Und was wäre die Messe ohne einen Berg Spiele, die man nach Hause schleppt? Ich wurde natürlich auch an mehr Ständen schwach, als geplant … Mysterium war mein Must-Have für die Messe, das wollte ich unbedingt. Ein Geist versucht den anderen Spielern, den Medien, mitzuteilen, wer ihn wo wie umgebracht hat. Das kann er nur anhand von Fantasiebilder-Karten tun, die man so ähnlich von Dixit kennt. Das Spiel fand ich schon ganz spannend, als es nur auf Polnisch unter dem Namen Tajemnicze Domostwo zu bekommen war. So richtig gepackt hatte es mich dann, als ich zum ersten Mal das Cover der geplanten Neuauflage sah. Und auch jetzt, wo ich mir mal alles in Ruhe ansehen konnte, muss ich zu dem Schluss kommen: Das ist für mich wohl das schönste Spiel, das ich kenne. Wir haben es direkt am Freitag im Hotel gespielt und ich bereue den Kauf in keinster Weise. Besonders toll: Zur Messe gab es noch einen Button und einen kleinen Briefumschlag mit extra Karten dazu.

Das andere Spiel ganz oben auf meiner Liste wollte ich vor allem wegen des Themas haben und wegen der entzückenden Optik: Spookies von HABA. Es ist ein Kinderspiel, bei dem man Kinder möglichst weit in ein Spukhaus schicken muss. Das geschieht übers Würfeln und je weiter man mit möglichst wenig Würfeln kommt, umso mehr Punkte (Spookies) gibt es. Ich musste es einfach für meine Sammlung haben, weil hach!

Und es gab noch so ein Spiel, das ich mir auf der Messe mal ansehen wollte … ich habe dann nur einen Blick drauf geworfen und es direkt gekauft: Gum Gum Machine. Und genau die bedient man in diesem Spiel. Das Brettspiel ist die Maschine, die man so steuern muss, dass man am Ende Gum Gum herstellt, mit dem man möglichst viele Punkte erzielt. Ich bin sehr gespannt auf dieses Spiel, bei dem ich vor allem der wegen der wunderschönen Optik und dem Hauch Steam Punk schwach geworden bin. Der Autor Ralf zur Linde hat das Spiel auch noch bei Hunter & Cron vorgestellt und spätestens danach hätte ich es eh kaufen müssen, weil ich die Vorstellung einfach so sympathisch fand.

Der Heidelberger Spieleverlag hatte in einer Halle einen kleinen Ausverkauf in einem abgetrennten Bereich, für den man zu Hochzeiten sogar anstehen musste. Hier habe ich sehr günstig ein Spiel gefunden, dass ich schon zwei Mal fast gekauft hätte: CV. Das wahre Leben, bei dem man im Spiel einen Lebenslauf erwürfelt und das sich einfach immer total niedlich anhörte.

Ein Spiel, auf das ich in der Messe-Vorschau neugierig geworden bin, als ich den Titel las, war London after Midnight. Ein simples Kartenspiel vom spanischen Gen X Verlag im Comic-Stil. Hier spielt man mit den klassischen Helden und Monstern der Gruselliteratur, wie der Mumie, Van Helsing, Jekyll und Hyde.

Einen persönlichen Schatz habe ich dann auch noch auf der Messe entdeckt: Sherlock Holmes Consulting Detective. Das ist kein Brettspiel im klassischen Sinne, sondern ein Logikrätsel, das man alleine oder mit mehreren spielen kann. Man hat zum Beispiel ein Heft mit der Geschichte, die es zu lösen gilt, einen Stadtplan von London und eine Zeitung zum entsprechenden Tag. Alles studiert man aufmerksam und dann muss man sich überlegen, zu welchen Orten man „gehen“ möchte und welche Leute man befragt, um an Infos zu kommen. So muss man nach und nach herausfinden, was passiert ist. Und im besten Fall Sherlock Holmes schlagen. Das Spiel soll ziemlich schwer sein und ich habe auch ein bisschen Respekt vor der englischen Ausgabe, aber da es inzwischen relativ schwer zu bekommen ist, konnte ich es einfach nicht stehen lassen.

Und obwohl ich die eigentlich nach der Messe irgendwann im Spieleladen kaufen wollte, sind auch noch OctoDice und die Port Royal-Erweiterung von Pegasus mitgekommen.

Goodbye Essen. Bis zum nächsten Jahr!

Ich glaube inzwischen, dass man auf der Messe immer das Gefühl haben wird, nicht alles Wichtige gesehen und gespielt zu haben, egal wie viele Tage man dort verbringt. Mit jedem Rundgang haben wir was neues Tolles entdeckt und meine Wunschliste ist eher gewachsen, als dass ich sie abarbeiten konnte. Es war ein wirklich großartiges Wochenende und es hat so viel Spaß gemacht, „unter normalen Leuten“ zu sein, die sich alle wie kleine Kinder über schöne Spielmechaniken und -illustrationen freuen können, und die alle stolz ihre Errungenschaften nach Hause schleppen. Und an dieser Stelle ein „Daumen hoch!“ für unser Hotel, das extra einen Konferenzraum zum Spielezimmer erklärt hatte, wo fast immer alle Tische belegt waren und wo man so ziemlich jede Sprache dieser Welt gehört hat.

Nächstes Jahr dann hoffentlich wieder!

4 Comments

  1. Pingback: [2015] Das letzte Jahr | growing up is for losers

  2. Cellardoora Maar says

    liebe cookie,

    oh, wie ich dich gerade beneide! das “sherlock holmes”-spiel will ich auch so gerne haben, obwohl mich der preis und der genannte schwierigkeitsgrad etwas abschreckt. würdest du so lieb sein und mal über deine erfahrungen mit dem spiel berichten? wenn du nämlich eine klare empfehlung aussprichst, dann hol ich mir das gute stück ebenfalls.

    in meinem freundeskreis wird meine “dixit”-ausgabe gerade total abgefeiert und “mysterium” scheint da eine tolle ergänzung abzugeben. ich denke, das spiel kommt auf meine weihnachtswunschliste. daher danke für den tip!🙂

    ganz liebe grüße,
    celly

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    • Huhu Celly,
      ich habe bisher nur eine Runde “Sherlock Holmes” alleine gespielt, daher kann ich noch nicht sooo viel dazu sagen, außer: Es ist so toll ♥! Du liest halt zuerst eine Geschichte, bei der man direkt mittendrin ist, nämlich bei Sherlock in der Baker Street und dann muss man selber “losgehen” und den Fall lösen. Und man hat dazu ein kleines Register, in dem man alle möglichen Leute findet. Vom Gerichtsmediziner über Mycroft oder Lestrade kann man auch alle Menschen “befragen”, die man möchte. Das heißt jeder hat eine Art Code, den man dann im Fall-Buch nachschlägt und bestensfalls Text findet. Ich schlechtesten Fall haben die einem halt nichts zu sagen. Und zu jedem Fall gibt es mindestens eine Zeitung, die man lesen muss, um Hinweise zu finden. Das ist ein ganz großartiges Puzzlespiel und am Ende weiß man, wie doof sich Watson immer fühlen muss. Sherlock verrät nämlich am Ende, wen er befragt hat und welche Hinweise ihn zur Lösung gebracht haben … ich glaube es ist ganz normal, dass man da immer meilenweit von weg ist😉 Während manche das Spiel deswegen nicht mögen, weil es so schwer ist, hat mir das gerade sehr viel Spaß gemacht. Und ich freue mich darauf, es mal zu zweit zu spielen. Und die Sprache fand ich letztlich nicht so schwer wie erwartet, es gibt es aber auch auf Deutsch (bzw. gab es). Ein schönes Video dazu gibt es übrigens auch bei Shut Up & Sit Down: http://www.shutupandsitdown.com/blog/post/review-sherlock-holmes-consulting-detective/

      Und “Mysterium” ist wirklich toll! Nicht nur optisch, auch vom Spiel her finde ich es genial. Ich hoffe ich komme bald dazu ein bisschen was zum Spiel zu schreiben.

      Liebe Grüße!
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