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Rückblick: #Konsumauszeit

Konsumauszeit

Ein Monat #Konsumauszeit ist so gut wie geschafft! Das hieß im Allgemeinen auf das Kaufen unnötiger Dinge zu verzichten und für mich im Speziellen: zusätzlich eine Social-Media-Auszeit.

Ich bin viel auf Twitter, Instagram und gelegentlich auf Facebook unterwegs. Zwischendurch mal checken, wer gerade was schreibt. Mal kurz ein paar Fotos angucken. Inzwischen sind mir viele von dort – viele von euch! – sehr ans Herz gewachsen, weshalb ich diese Kanäle nicht mehr missen möchte. Und doch frage ich mich oft, ob mir diese Seiten nicht manchmal zu viel Energie und Zeit rauben. Daher habe ich die #Konsumauszeit, zu der Apfelmädchen und sadfsh aufriefen, genutzt, um mal ganz bewusst darauf zu verzichten.

Natürlich habe ich gleichzeitig auch versucht, mich an die eigentliche Aufgabe der Auszeit zu halten: nichts zu kaufen, was nicht wirklich notwendig ist. So ganz grob sind vor allem Lebensmittel, Drogerie-/Haushaltsartikel und Ausflüge davon ausgenommen.

Der November ist nun so gut wie geschafft, daher nutze ich die Gelegenheit schon einmal, um einen Rückblick zu wagen: Habe ich durchgehalten? Wie war es einen Monat lang ohne Twitter und Co.? Und was nehme ich aus dem Experiment mit?

Social-Media-Auszeit

Als erstes musste ich sämtliche Apps vom Handy löschen, die mich in Versuchung führen konnten. Zu schnell habe ich sonst hier und da doch mal wieder reingesehen. Die Macht der Gewohnheit. Und ab da klappte es ganz gut. Es gab bei mir allerdings zwei Ausnahmen: Als am 13. November die Schreckensmeldungen aus Paris kamen, saßen wir noch bis spät nachts zusammen und haben geschockt verfolgt, was im Internet dazu geschrieben wird. Ich konnte es mir nicht verkneifen, auch mal bei Twitter mitzulesen. Allerdings war ich ziemlich schnell regelrecht gesättigt (und genervt?) von der Flut an Kommentaren, die dort eintrudelte.

Eine andere Ausnahme gönnte ich mir, als ich für drei Tage beruflich und relativ spontan nach Köln musste. Also habe ich mal bei Twitter herumgefragt, wer Lust auf ein Treffen hat und in Köln selber habe ich Twitter genutzt, damit ich irgendwie das Gefühl hatte, ein paar gute Freunde dabei zu haben. (Lustig übrigens: Es war ausgerechnet eine Social-Media-Fortbildung, auf der ich da war. Als würde man einen Junkie in ein Methlabor setzen …)

Ansonsten ging es gut ohne! Ich hatte endlich mal wieder das Gefühl, dass ich mich besser auf Dinge konzentrieren kann. Ich habe Stunden damit verbracht, YouTube-Videos zu schauen. Normalerweise sehe ich in ein Video rein, lese dann auf Twitter/Facebook/You-Name-It etwas Interessanteres und muss dann dort weitermachen. Ich habe in der Zeit auf jeden Fall YouTube zu schätzen gelernt und ich hoffe das bleibt auch so.

Ich habe außerdem viel mehr Podcasts und Hörbücher gehört. Ich liebe das. Nur kann ich dabei nichts anderes lesen und gar nichts nebenbei zu machen geht auch nicht, weil ich dann einschlafe … Früher habe ich immer den Podcast angemacht, zugehört, und nach ein paar Minuten war das Handy wieder an und ich habe auf Twitter rumgelesen, bis ich merkte: Ich höre ja gar nicht mehr zu! Das war frustrierend, aber einfach automatisch so. Im letzten Monat gab es also viel weniger Ablenkungsquellen und zum Beispiel gerade im Bus habe ich ganz eisern zugehört und nix nebenbei gemacht. Ich hoffe das kann ich beibehalten!

Ein Fazit zur Social-Media-Auszeit

  • Werden die Facebook-Mails noch penetranter, wenn man sich nicht regelmäßig einloggt? Holy Moly!
  • Ich hatte im Oktober einen Adventskalender beim Lieblings-Veganladen vorbestellt und fragte jetzt kurz vor dem 1. Dezember mal nach, wann der denn abholbereit sei: Das war er schon lange, ich hatte es nur nicht mitbekommen, weil es klugerweise nur über Facebook kommuniziert wurde. Und das ist die Geschichte, wie ich durch die Konsumauszeit fast adventskalenderlos gewesen wäre😉
  • Es geht. Besser als gedacht. ABER: Ich vermisse so viele Leute einfach! Wenn man täglich am Leben anderer teilhat, fehlt ganz schön was, wenn das aufhört. Ich habe Geburtstage und Verliebungen (sic) verpasst und das finde ich doof. Daher bin ich froh, bald wieder dabei sein zu können.
  • Alles fühlte sich irgendwie entschleunigt an. Vielleicht gerade weil ich nicht alles überall mitbekam?
  • Ich werde wohl immer mal wieder kurze Auszeiten nehmen. Einfach um mich bewusst auf Dinge konzentrieren zu können. Damit es aber nicht gleich wieder so drastisch mit App-Deinstallationen einhergehen muss, werde ich auch in Zukunft weiterhin die App „Forest“ nutzen. Hier kann man sein Handy für eine gewählte Zeit „lahmlegen“. Hält man das durch, wächst ein Baum auf der virtuellen Wiese. Wenn nicht, stirbt das kleine Pflänzchen. Daher möchte man unbedingt durchhalten, um sich am Ende des Tages bestenfalls seinen kleinen Wald ansehen zu können.

Konsumauszeit

Shoppen-#Konsumauszeit

Nichts Unnötiges zu kaufen, klappte auch besser als erwartet! Wie schon angekündigt, musste ich Kleinigkeiten besorgen, die ich für einen Adventskalender brauchte, aber was Dinge für mich anging, habe ich echt gut durchgehalten. Und das, obwohl sogar ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt dabei war. Ich bin ziemlich stolz auf mich. Wie ebenfalls schon erwähnt, habe ich mir eine teure Sache gegönnt, in die ich seit Monaten verliebt war und jetzt, da ich kein Geld für anderen Kram ausgab, hatte ich mir den Kauf erlaubt (Mein Fledermaus-Rucksack ist da ♥).

Und jetzt – kurz vor Schluss – musste (!) ich bei Yankee Candles bestellen, weil ich eine neue Duftkerze für meinen Spinnen-Yankee-Kerzenhalter brauchte, weil der in die Weihnachtsdeko mit eingebaut wird und die Halloweenkerze leer ist und eine Weihnachtskerze mit Weihnachtsduft her muss und ich noch einen Gutschein hatte und die Sachen immer so schnell ausverkauft sind und und und … ihr wisst schon😉 Aber ansonsten habe ich wirklich nur Lebensmittel gekauft (und auch da jeweils zwei Mal überlegt, ob ich nicht etwas anderes erst mal nehmen und aufbrauchen kann) beziehungsweise Haushaltsartikel, die leer waren.

Fazit zur Shoppen-#Konsumauszeit

  • Vor allem bei den mega Angeboten wie dem Cyber Monday wurde mir bewusst, wie entspannt es mit der Konsumauszeit ist: Das hat mich alles vollkommen kalt gelassen. Ich wusste, ich „darf“ eh nichts kaufen, also muss ich da auch gar nicht reinsehen. Hat mir gefallen!
  • Was mir aber am besten gefallen hat: Ich kaufe gerne E-Books, lade Hörbücher bei Audible und kaufe virtuell Musik. Meine „Später Ansehen“-Liste bei YouTube ist lang und meine Podcast-Liste unendlich. Ich habe oft das Gefühl, dass mehr Tolles dazukommt, als ich konsumieren kann. Und im letzten Monat konnte ich durch die Kombi nichts kaufen/keine Sozialen Medien endlich ganz viel „abarbeiten“. Das werde ich beibehalten!

Danke für die gute Idee, Apfelmädchen und sadfsh! Mir ist im letzten Monat einiges bewusst geworden, was zum einen mein Kaufverhalten angeht – dass ich (natürlich) vieles eigentlich gar nicht wirklich brauche – aber auch in meinem Umgang mit Social Media. Bei letzterem hätte ich gedacht, dass ich vor allem merke WIE abhängig ich bin. Was ich aber stattdessen erfahren habe: Wie sehr mir die Menschen darin fehlen, wenn ich so gar nichts von ihnen höre. Und das war irgendwie auch schön zu merken.

Eine Liste der Blogbeiträge zum Thema gibt es übrigens hier am Ende der Seite und ich empfehle die Lektüre sehr! Es ist spannend, wie andere die Zeit erleben und die #Konsumauszeit unterschiedlich interpretieren.🙂

7 Comments

  1. Pingback: Gothic Friday – September: das Internet | growing up is for losers

  2. Oooooha. Also mit Forest hast du bei mir einen wunden Punkt getroffen. Ich hatte für Android früher eine gute App, die das Handyverhalten aufgezeichnet hat, da gab es auch so ein Smiley-System, aber leider gibt es die für iPhone nicht. Findest du die App noch immer empfehlenswert? Hört man noch Töne? Also geht ein Anruf im Zweifel durch, während das Ding läuft? Gehen nur 30min oder auch länger? Auch wenn ich das streng genommen nicht kaufen dürfte, es würde meine Fastenzeit sicher bereichern!
    Beste Grüße!

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    • Auf jeden Fall finde ich die App empfehlenswert. Aber so richtig, fürchte ich, kann ich deine Fragen nicht beantworten. Man kann auf jeden Fall Apps hinzufügen, die von Forest ausgeschlossen werden. So kann ich zum Beispiel WhatsApp nutzen, um erreichbar zu bleiben , aber kein Twitter. So sollte es mit Anrufen ja auch gehen. Und es gibt einen Silence Mode, also sollte man noch Töne hören, wenn das aus ist. Ich glaube 10 bis 120 Minuten gehen.
      Ich hoffe das hilft dir ein wenig weiter🙂

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  3. Warte, schon so alt der post und ich erinner mich nicht aktiv daran ihn gelesen zu haben?!o_O hmmm aber ja, zumindest social media runter schrauben tut gut, beim kaufen von dingen rede ich mir einfach noch ein, dass das nachlassen wird, sobald meine Höhle fertig eingerichtet ist (Was hoffentlich dies Jahr irgendwann der Fall sein wird…)
    Die Sache mit dem Workshop brachte mich aber dann doch gewaltig zum grinsen ^_^

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  4. Oh, dass ich deinen Beitrag grade lese kommt wie gerufen. Ich erkenne da einige unliebsame Verhaltensweisen von mir ganz deutlich wieder. Vor allem das Gefühl, mehr Medien zu kaufen, als konsumieren zu können. Das geht bei mir vor allem bei digitalen Comics so. Dann ist der Sale hier und da, aber Zeit um das alles mal wegzulesen hat man kaum, weil man ja ständig nach Neuem recherchieren muss.
    Ich glaube, dass ich mir dein gutes Vorbild mal als Neujahrsvorsatz klaue und mal versuche ein bisschen bewusster drauf zu schauen.
    Danke für den tollen Beitrag und das du mein Stein des Anstoßes bist🙂

    Liebe Grüße von der Ostsee

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    • Das freut mich sehr! Auch wenn ich einen Teil des Lobes an Apfelmädchen und sadfsh weitergeben muss, die den Stein ja ins Rollen gebracht haben.😉 Ich habe mir für das neue Jahr auch vorgenommen, mal wieder öfter zu verzichten, weil es mir in dem einen Monat echt gut getan hat. Und ich hoffe, dass es dir damit genau so geht. In dem Sinne: viel Erfolg!

      Liebe Grüße!

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  5. Pingback: Was uns die #Konsumauszeit über unsere Gesellschaft beibringen kann (+ eure Stimmen) | Apfelmädchen & sadfsh

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