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Gothic Friday – Februar: Wie bist du in die Szene gekommen?

Was soll das hier?

Bei spontis.de geht der „Gothic Friday“ in eine neue Runde. Dazu gibt es am ersten Freitag des Monats eine Frage, die man bis zum dritten Freitag beantworten kann. Ich fand die Idee gleich toll, aber dann habe ich direkt überlegt: Bin ich eigentlich (noch?) Gothic genug, um teilzunehmen? Nun, mein Herz hängt immer noch an und in der Szene und auch wenn man es mir jahrelang eher weniger angesehen hat, habe ich noch immer das Gefühl, dass ich dort hin gehöre. Jetzt mit 30 Jahren vielleicht mehr denn je. Nach einer inneren Diskussion las ich dann bei den Teilnahmebedingungen: „Egal ob Du nun Waver, Batcaver, EBMler, Grufti, Schwarzromantiker, Endzeitromantiker, LARPer, Cyber, Mittelalter-Fan oder einfach ein Sympathisant bist, beim Gothic Friday hast du Möglichkeit zu einem zentralen Thema einen Artikel zu schreiben und dem Wort zu neuem Inhalt zu verhelfen.“ Ok. Gut, da fühle ich mich angesprochen, also mache ich mit!

Die Februar-Frage: Wie bist du in die Szene gekommen?

Und da muss ich dann auch direkt länger überlegen, denn das war eher ein schleichender Prozess. Ich habe mit 14/15 Jahren gemerkt, dass ich mich zur Szene hingezogen fühle und dass ich da mit meinen Interessen und meiner Liebe zu Düsterem am besten aufgehoben bin. Wenn ich so zurück blicke, zeichnete sich das schon früh ab, weil ich als Kind die Bücher und Serien von „Der kleine Vampir“ verschlungen habe, im Fernsehen lief immer sowas wie „Geschichten aus der Gruft“ und Filme wie „Beetlejuice“ haben mich komplett in ihren Bann zogen. Alles was irgendwie gruselig und dunkel war, war super.

Das Schlüsseljahr war sicher das Jahr 2000, denn da bekamen wir Zuhause Internet-Zugang und auf einmal konnte man sich zu allem informieren, was man wissen wollte und Kontakte zu Leuten aufbauen, die genau so tickten, wie man selber. Da war ich 15. Zu der Zeit hatte ich schon ein paar Punks als Freunde, mein Kleiderstil wurde immer alternativer und dann irgendwann auch schwärzer, weil ich mich so immer wohler fühlte.

Eigentlich gab es zwei Dinge, die mich endgültig auf den Weg zur Szene brachten: Nummer eins war das Interesse für Wicca, Neopaganismus und Magie, wobei ich schnell merkte, dass Menschen, die ich darüber kennenlernte (Internet sei Dank!), oft auch mit mindestens einem Bein auf der Goth-Seite des Lebens standen. Nummer zwei war meine Liebe zu Nine Inch Nails, die ich damals entdeckte, was schon eine Offenbarung an sich war. Auf dem PC-Desktop landete ein schwarzer Hintergrund mit einem gefesselten Trent Reznor drauf. Ein Freund von mir sah es und sagte „Hey, ich kenn da einen Typen, der ist auch so drauf!“ – er stellte uns einander vor, dieser Freund von ihm war in der Gothic-Szene Zuhause, wir verliebten uns und so war ich dann auf einmal auch Teil der Szene. Hier war ich endlich irgendwie angekommen. Viele tickten ähnlich wie ich, liebten die gleichen Filme, die gleichen Bücher und natürlich die gleiche Musik.

Auch später schloss ich schnell Freundschaften mit Leuten, die der Szene nahe standen, ob es nach der Schule beim Freiwilligen Sozialen Jahr war (dort lernte ich meine heutige beste Freundin kennen, weil wir herausfanden, dass wir beide große Nine Inch Nails-Fans sind), bei der Freizeit oder in der Uni.

Inzwischen würde ich aber nicht unbedingt sagen, dass ich noch Teil der Szene bin, da ich einfach gar nicht mehr auf schwarzen Events oder Partys unterwegs bin. Wobei man da dieses „Teil der Szene sein“ erst einmal definieren müsste. Kann man passiv Teil sein? Dann wäre ich das wohl. Was für mich klar ist: Im Herzen werde ich das immer sein und bleiben, auch wenn man mich kaum noch auf entsprechenden Veranstaltungen trifft😉

PS: Als ich mich an diese Jahre erinnerte, habe ich mal nach Fotos gekramt. Da war ich jeweils so 16/17 Jahre alt. Hach, lange ist’s her:

Alte Fotos

 

 

 

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  1. Pingback: Gothic Friday Mai – Schwarz wie Ebenholz … | growing up is for losers

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