Tagebuch
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Gothic Friday – März: Wie klingt deine musikalische Szene?

Dieses Mal dreht sich beim Gothic Friday alles um die Musik. Also durchforstete ich meine CD-, Platten- und MP3-Sammlung und habe zurückgeblickt. Dabei will ich hier gar nicht ausführlich Bands listen, die ich mag oder mal mochte oder nicht mag, sondern ich versuche zu schauen, wie ich eigentlich zu der Musik gefunden habe, die ich noch heute höre:

Lieblinge Musik

Ein paar all time favorites

Teil 1 – Die Vergangenheit

Ich fange mal im Jahr 1999 an, als ich circa 14 Jahre alt war und eine Freundin und ich den Punkrock für uns entdeckten. Sex Pistols, Minor Threat, Nina Hagen oder Terrorgruppe waren auf einmal sehr spannend und ich konnte nicht genug davon bekommen. Irgendwie und irgendwann kam dann Marilyn Manson dazu und alles an ihm und seiner Musik faszinierte mich. So tastete ich mich immer mehr in die düstere Richtung des Rock/Punkrock vor.

Diese Freundin mit gleichem Musikgeschmack hatte mir dann zu der Zeit „The Downward Spiral“ von Nine Inch Nails geliehen. Ich weiß gar nicht mehr warum. Ich fand die CD irgendwie verstörend, weil sie mit Schüssen begann und ich hatte kaum Muße, es mir weiter anzuhören. Zur gleichen Zeit kam aber „The Fragile“ von NIN raus und auf VIVA Zwei (Charlotte Roche mit „Fast Forward“ lief quasi Nonstop bei mir. Good old times) zeigten sie ständig das Video zu „We’re In This Together“ von NIN, das ich irgendwie genial fand. Dass es sich um die gleiche Band handelte, deren CD ich so schrecklich fand, begriff ich erst gar nicht. Mit dem Song packten sie mich dann aber, ich durchforstete das Internet nach Musik von ihnen und fand das relativ neu erschienene Album „The Fragile“. Das war im Jahr 2000 und ich hin und weg. Ich weiß noch, wie ich damals mit unserem Hund spazieren ging, Nine Inch Nails auf den Ohren hatte und dachte, ich bin jetzt in einer ganz anderen Welt. Endlich hatte ich „meine“ Musik gefunden und sog alles von und mit Trent Reznor und Nine Inch Nails auf. Letztlich eigentlich alles aus dem Dunstkreis von ihnen und Marilyn Manson. Und diese Musik hat mich bis heute nicht losgelassen. Wenn ich heute das Album „The Fragile“ höre, bin ich wieder mittendrin in diesem Gefühl. Mit „The Downward Spiral“ schloss ich dann auch meinen Frieden und heute gehört es zu meinen Lieblingen.

2001/2002 war ich 16 Jahre alt und ab da gingen wir immer häufiger abends mal tanzen. Im „Amadeus“ in meiner Heimatstadt gab es freitags immer die Rocknacht, wo ich am ehesten Musik hören konnte, die mich auf die Tanzfläche zog. Im „Metro“ gab es Gothic-Nächte, wo wir auch gerne waren. Da ich aber halt eher aus einer anderen Musik-Richtung kam, konnte ich hier immer wieder tolle Sachen entdecken, mit denen mich dann meine Freunde nachträglich versorgten, wenn ich etwas davon noch einmal hören musste. Denn ja, es war die Zeit, in der man sich CDs brannte und MP3s mitbrachte. Also wurde mir immer Musik in die Hand gedrückt, durch die ich mich durchhören konnte. Goethes Erben, Das Ich, Cinema Strange, ich erinnere mich da an einige „Wow“-Momente, nach Empfehlungen von Freunden, wie bei „Glasgarten“ von Goethes Erben/Peter Heppner oder „Omnis Mundi Creatura“ von Helium Vola. Der letzte Song macht sofort gute Laune, weil er mich in Gedanken direkt wieder auf die Tanzfläche zieht, wo ich zum ersten Mal dazu getanzt habe und ebenfalls nur noch „WOW!“ dachte.

Trotzdem wurde ich mit dem klassischen „Grufti-Kram“ nie zu 100 Prozent warm, oft fehlte mir irgendwie etwas. EBM war mir hingegen zu Elektro. Ich brauchte immer am liebsten ein paar Gitarren, weshalb man auch heute noch unter meinen absoluten Lieblingsbands viele findet, die man der schwarzen Szene nicht unbedingt zuordnen würde (Electric Six, The Mars Volta, Goon Moon und Skunk Anansie gehören neben anderen zu meinen Heldinnen und Helden. Wobei, dass es auch ohne Gitarren geht, beweist zum Beispiel Max Raabe ♥ aber meine Liebe zu sehr alter Musik ist wieder eine andere Geschichte).

Das Schöne ist eigentlich auch, dass ich durch Musik, die ich mochte, so viele andere Lieblingsbands und -künstler gefunden habe. Ein Beispiel? Dank Nine Inch Nails habe ich die Dresden Dolls gefunden, die bei der 2005er-Tour als Vorband auftraten und die ich immer noch liebe und Sängerin Amanda Palmer spielt bis heute eine riesige Rolle in meinem Leben. Bei NIN hat später auch Jeordie White/Twiggy Ramirez von Marilyn Manson gespielt, also hörte ich in sein Projekt Goon Moon rein und wow! Noch eine Lieblingsband! Über NIN kannte ich Schlagzeuger Josh Freese – er und Jeordie White spielten dann bei A Perfect Circle – wieder ein musikalischer Treffer für mich.

Teil 2 – Die Tiefe

Womit wir auch schon beim nächsten Punkt sind: Was fasziniert mich eigentlich an der Musik, die ich mag? Ich weiß es nicht. Wenn wir Nine Inch Nails nehmen, dann liebe ich ihre Musik, aber wenn ich etwas Vergleichbares höre, muss es mich nicht unbedingt packen. Trent Reznors Stimme zusammen mit seiner Musik macht es zum Beispiel aus. Und die Texte müssen auch stimmen. Ich mag es nicht, wenn es zu verschwurbelt und zu pathetisch wird, es darf aber auch nicht zu platt sein. Auch mit deutschen Songs tue ich mich eher schwer. Es ist gar nicht so einfach auf den Punkt zu bringen.

Ich mag zum Beispiel die Musik von Subway to Sally sehr, aber sobald ich anfange wirklich zuzuhören, muss ich das ziemlich schnell wieder aus machen. Es „spricht“ einfach nicht zu mir. Ich muss mich verstanden fühlen und mich damit identifizieren können (an Scheißtagen, an denen einfach alles ätzend ist, geht immer noch NIN sehr gut, kein Wunder, dass ich sie in der Pubertät für mich entdeckte…), was zum Beispiel die Dresden Dolls mit ihrem gleichnamigen Debütalbum geschafft haben. Jeder Song ein Treffer, in dem ich mich wiedererkenne. Genau das war es auch, was mich gerade zur Teenager-Zeit zur Musik hinzog: Man hat sich plötzlich verstanden gefühlt und das ist es letztlich auch heute noch. Was ich inzwischen besonders schön finde: Wenn ich diese Songs höre, die mich damals als Teenager so gepackt haben, ziehen sie mich gefühlsmäßig gleich wieder in die Zeit zurück. Das muss diese Nostalgie sein, von der immer alle reden…

Teil 3 – Das Hier und Jetzt

Ja, wer hätte das gedacht: Nine Inch Nails läuft auch heute noch regelmäßig bei mir. Auch wenn ich die neueren Sachen eher ausklammere (zu elektronisch und so, da hat sich auch heute noch nichts an meinem Geschmack geändert ;-)). Viele „klassischen“ Grufti-Sachen entdeckte ich erst mit Ende 20 für mich. Inzwischen finde ich Sachen toll, die mir früher einfach zu öde (Scusi!) waren: Bauhaus, Joy Division, The Cramps,… Was es gerade für spannende Musikprojekte gibt, kann ich also auch gar nicht sagen. Ich hole immer noch ein bisschen was nach. Und das ist eigentlich sogar super, dass ich noch so vieles in der Richtung für mich entdecken kann. Was ich hingegen immer geliebt habe und was auch heute noch eigentlich täglich bei mir läuft: The Cure. Ich liebe The Cure. Auch (die alten Sachen von) Marilyn Manson höre ich heute noch. Manson ist ja inzwischen sowas wie ein Guilty Pleasure. Aber ich mag ihn noch immer und bin sehr dankbar dafür, ihn damals entdeckt zu haben, weil er mich in eine ganze neue musikalische Richtung lenkte und er wird für mich auch immer eng mit Nine Inch Nails verbunden sein.

Top und Flops

Nun zum wohl schwierigsten Teil: den Tops und Flops. Eine Top 5 ist definitiv zu kurz, aber das ist sicherlich so gedacht. Also denke ich nicht viel nach und schreibe einfach mal auf, was mir spontan einfällt:

Aktuelle Top 5
David Bowie – Bring Me The Disco King (Lohner Remix)
Patrick Wolf – The Bachelor
The Cramps – Human Fly
Bloodjunkies – All Hallow’s Eve
Nine Inch Nails – The Big Come Down

Ewige Top 5
Nine Inch Nails –The Fragile
The Cure – Lullaby
Dresden Dolls – Girl Anachronism
The Cure – Burn
Peter Murphy & Nine Inch Nails (Bauhaus Radio Sessions) – Warm Leatherette

Flop 5 – gibt es leider nicht. Doofe Musik fliegt sofort aus meinen Playlisten, daher fällt mir hier einfach gar nichts ein. Und da ich nicht mehr discomäßig unterwegs bin, werde ich auch nicht mit Songs beschallt, die ich nicht mag. Eigentlich ja ganz gut, oder?😉

 

 

5 Comments

  1. Hach das war schön zu lesen🙂 (so vergangenheits posts lassen mich ganz sentimental werden, bin schon aufs nächste geöffnete tab gespannt *g*) und direkt aufm weg nebenher deine bloodjunkies bei yt mal anzuhören weil die sind mir vom namen her neu ^^

    Liked by 1 person

  2. Cool, bei mir verläuft es ja auch so, dass ich mich anhand der Mitglieder von Bands durch die Musikgeschichte wühle. *lach* Deswegen kann ich dich nur für deine Tops beglückwünschen! Mag die auch alle.^^
    Magst du Black Light Burns?

    Liked by 1 person

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