Life in a Week
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Life in a Week – No. 6/16

Gesehenes:

Im Kino in Berlin haben wir „The Witch“ gesehen. Ein Horrorfilm, der im 17. Jahrhundert in Neuengland spielt und auf einer Volkssage beruht – zusammengebastelt aus alten Gerichtsurteilen und anderen schriftlichen Überlieferungen. Es geht um eine puritanische Familie, die in einem Häuschen in der Nähe eines Waldes lebt, in dem man schon ziemlich bald eine Hexe vermutet. Man darf hier aber keinen klassischen Horrorfilm erwarten. Es ist ein ruhiger, dunkler Film, auf den man sich komplett einlassen muss – ich war daher sehr froh, dass wir ihn im Kino gesehen hatten, zuhause hätte ich sicher schnell mal das Handy zur Hand genommen, aber das wäre dem Film in seiner Wirkung nicht gerecht geworden. Im Englischen ist der Film außerdem noch eine kleine Herausforderung, weil die Sprache nicht „modernisiert“ wurde. Wer Psycho-Gruselfilme mag und eventuell sogar ein Faible für alte Hexensagen mitbringt, der sollte sich diesen hier mal ansehen.
Sehr spannend (nur für die, die den Film schon gesehen haben, da mega Spoiler): The Witch – Explained.

Und dann war da noch dieser Film, von dem ich mich gar nicht traue, zu schreiben. In einer merkwürdigen Laune hatte ich so Lust auf ihn und war mir trotzdem ziemlich sicher, dass ich ihn nach wenigen Minuten abbrechen werde, weil er einfach zu schlecht sein wird. Und dann – oh Wunder! – hat dieser Film mir mein ganzes Wochenende gerettet, so stimmungstechnisch: „Dumb and Dumber To/Dumm und Dümmehr“. Das ist natürlich der zweite Teil von „Dumm und Dümmer“ mit Jim Carrey und Jeff Daniels und den ersten fand ich eigentlich gar nicht mal so gut. Aber ich liebe die beiden Schauspieler und das war auch der Grund, warum ich nun die Fortsetzung sehen wollte. Und es hat sich sehr gelohnt. Natürlich sind viele der Witze episch flach und pubertär, aber dann gibt es wieder so genial stumpfe Dialoge, dass ich vor Lachen stellenweise wirklich geweint habe. Vielleicht bin ich auch einfach tief im Innern ein zwölfjähriger Junge. Auf jeden Fall hatte ich Spaß dabei, Jim Carrey und Jeff Daniels in diesen albernen Rollen zu sehen. Sehr viel Spaß. Und es ist kaum zu glauben, dass Jeff Daniels sich kurz vor den Dreharbeiten noch einen Emmy für seine (sehr ernste) Rolle in „The Newsroom“ abgeholt hatte. Und trotzdem steht er Jim Carrey was das Comedy-Potenzial angeht in nichts nach. Respekt!

Gelesenes:

Da ich zurzeit noch nicht genug Bücher gleichzeitig lese und darin nicht vorankomme, habe ich einfach noch eins angefangen: „Magic Cleaning“ von Marie Kondo. Ich hatte einen Fernsehbericht über ihre Aufräum-Methoden gesehen und fand ihre Ansätze ganz witzig. Allerdings habe ich mich jetzt schon manches Mal beim Lesen gefragt „WTF did I just read?!“. Es ist auf ganz merkwürdige Weise esoterisch: Sie beschreibt, dass man nicht ständig nur ein bisschen ausmisten soll, sondern man soll ein großes „Aufräumfest“ machen, wo man durch die komplette Wohnung geht und dann ist das Erlebnis, eine perfekte Wohnung zu haben, so enorm, dass man nie wieder Dinge rumliegen lässt. Okay. Jedes Ding soll man in die Hand nehmen und spüren, ob es einen noch glücklich macht. Das tut es nicht? Dann wegwerfen – aber dem Ding erst danken, dass es einem gedient hat, und sei es nur dadurch, dass man nun weiß, dass man so ein Ding nicht benötigt. Okaaay. Aber, um das zu spüren, muss man Dinge „wecken“, also sie wirklich aus dem Regal in die Hand nehmen. Marie Kondo klatscht auch gerne mal, um zum Beispiel Bücher zu wecken bei so einem Aufräumfest. Denn wenn die noch schlafen, kann man nichts spüren. Okaaaaaay … ich werde es mal weiterlesen. Den Ansatz finde ich trotz alledem interessant und irgendwie verstehe ich ja ihre Intention.

Was sonst noch geschah:

  • Am letzten Wochenende war ich in Berlin und wir waren – im Kino, ja, wisst ihr von den Filmen oben schon – und im DDR Museum. Ein süßes Museum zur Geschichte der DDR, wo man ganz viel mitmachen und anfassen kann. Weirdo Moment: Als der eine Typ schnurstracks auf die FKK-Fotowand zulief, das Handy in der Hand, alle Fotos mit Nackten abfotografierte und dann weiterging. Okaaaaaaaaaay!
  • Meine Berlin-Ausbeute: Steampunk Rally (aus dem tollen Brettspielgeschäft, das wirklich einfach Brettspielgeschäft heißt, und wir bekamen Großkundenrabatt. Öh.) und Kraken-Rum. Ich trau mich gar nicht, ihn zu probieren.SteampunkKraken
  • Eine Busfahrt die ist lustig! Auf dem Weg nach Berlin hatte ich meine erste Horror-Fernbusfahrt. Erst war ich froh, dass der Bus noch leer war und ich einen Zweierplatz für mich alleine hatte. Beim nächsten Stop stieg dann eine Dame ein, die rumfragte, ob sich jemand von uns „Einzelnen“ umsetzen kann, damit ein Zweierplatz frei wird und sie neben ihrer Freundin sitzen könne. Keiner wollte und ich hört sie schon immer näher kommen. Tja, was sagt man da, wenn man gefragt wird? „Nein!“? Hm. Ich habe mit Gegrummel Platz gemacht und bin in die Reihe dahinter, neben eine junge Studentin, die mit zwei Freundinnen zum Feiern auf dem Weg nach Berlin war. Alles war soweit gut, bis die Drei sich nach der Pause umsetzten und so leider diejenige neben mir Platz nahm, die eine offene Sektflasche in der Tasche hatte. So klug! Verschlossen war die Flasche mit einem Clipverschluss und als ich gerade mal die Augen zumachte, hörte ich einen lauten Knall und merke, dass es um mich herum nass wurde. Natürlich sprang dieser Deckel ab und eine Sektfontäne spritze über mich ans Fenster und auf, genau, mich. Was besonders schön war, weil ich in Berlin direkt vom Bus zum Essen mit der „Schwiegerfamilie“ ins Restaurant musste und nun stank und klebte wie der Platz vorm Brandenburger Tor in der Silvesternacht. Awesome.

    Als ich mich gerade wieder etwas entspannt hatte, fiel dann der Dame vor mir, für die ich ja Platz gemacht hatte, ein, dass die mal ohne zu fragen und volle Lotte ihren Sitz zurückklappen kann. Mein Kindle, den ich in der Tasche im Sitz vor mir geparkt hatte, knallte mit gleicher Wucht gegen mein Knie und ich sah schon das eingedrückte Display vor mir. Zum Glück blieb es heile und an dieser Stelle hat sich die recht stabile Hülle sehr gelohnt, die mein Kindle nicht nur vor der rohen Gewalt der Person vor mir, sondern auch vor der Sektdusche bewahrt hatte. In Berlin angekommen musste ich sie dann noch einmal anpampen, weil sie gar nicht auf die Idee kam, ihren Sitz wieder aufzustellen, damit ich an meinen Rucksack vor mir kam. Oh diese Rücksicht heutzutage❤

    Die Rückfahrt sollte dann hoffentlich entspannter werden! Nee. Eine Minute vor Start setzte sich mein Nachbar zu mir und egal wie weit ich mich ans Fenster quetschte, ich berührte ihn einfach immer. An einem Hochsommertag. Es war nicht schön. Dass er wenige Kilometer nach dem Start anfing zu schlafen und sich hin und her wälzte, machte es nicht besser. Und dann stellte sich heraus, dass der Tisch vor mir so lose war, dass er sich immer wieder losklappte. Ich war fünf schöne Stunden lang gefangen zwischen einem schnarchenden, kuschelfreudigen Sitznachbarn und diesem Plastiktisch. Schön war’s. Nächstes Mal vielleicht doch wieder Zug…

  • Draculum ist eingezogen (und seine und die Augen der Fledermaus leuchten im Dunkeln)❤Draculum

3 Comments

  1. Ooooh je, welche firma von Fernbus hattest du gewählt? ich hatte bisher z.b. bei adac/postbus fast nur positive erlebnisse aber bei den meisten anderen firmen eigentlich nur schlechtes XD… aber es schien bei dir ja in gänze eine seltsame zeit gewesen zu sein O_O

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    • Ich war mit Flixbus unterwegs. Bisher bin ich auch sehr begeistert von den Busfahrten mit ihnen gewesen, keine Ahnung, was da Karma-mäßig los war😀

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      • Mein letztes mal mit flixbus war sicher auch mein letztes mal, da ging ALLES schief😄 aber wie du sagst, ist leider halt manchmal alles mist ^^

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