Tagebuch
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Gothic Friday – Juli: Rückzugsorte

Im letzten Monat Juni ging es beim Gothic Friday um ein Thema, zu dem ich nicht wirklich was schreiben konnte, daher nahm ich auch nicht teil: Es ging ums Wave-Gotik-Treffen. Ja, ehrlich, ich war noch nie auf dem WGT. Im Jahr 2003 hätte es fast geklappt – leider musste ich dann kurzfristig mein Ticket (es war so hübsch!! Buhuuuu!) verkaufen. Danach sollte es irgendwie nie wieder passen. ABER ein Hotelzimmer für 2017 ist schon mal vorsorglich reserviert (DANKE Sintaura!) und ich wage einen neuen Versuch.

Nun aber zum eigentlichen Thema: Dem Gothic Friday im Juli. Dieses Mal ist es ein Thema, über das ich mich sehr gefreut habe. Es geht nämlich um „Rückzugsorte, Lieblingsorte und Sehnsuchtsziele“. Als wäre das nicht eh mein Lieblingsthema! Über meine fiktiven Lieblingsorte schrieb ich ja auch schon mal ein bisschen was. Aber nun gucke ich mal im „Real Life“: Wo kann ich Energie tanken, den Alltag Alltag sein lassen und wo würde ich gerne (wieder) hinreisen?

Als erstes, wenn ich an meinen Wohlfühlort denke, fällt mir natürlich mein Zuhause ein. Egal wie schön es unterwegs ist und wie wohl ich mich woanders fühle, kein Gefühl ist vergleichbar mit dem, nach Hause zu kommen und die Haustür hinter mir zu schließen. Ich brauche auch im Urlaub nicht immer weg zu fahren – der schönste Urlaub ist meistens der in meinen eigenen vier Wänden. Egal was gerade Blödes los ist: Wenn ich umgeben bin von Dingen und Erinnerungsstücken, die mich glücklich machen, ist alles nur noch halb so schlimm. Auch ein Blick auf meinen geliebten Bücherschrank kann vieles schnell wieder besser machen. Hier sammel ich alles, was mich an schöne Momente erinnert, Autogramme, vieles, was meine Freunde mir geschenkt haben und was ich einfach gerne ansehe. Und hier sind natürlich auch einige meiner Bücher – in diesem Schrank meine liebsten. Daneben stehen meine Lieblingsspiele, die mich schon beim Anblick happy machen.

Für viele mag das zu vollgestopft sein, aber ich brauche es so. In Wohnungen, die nach Möbelhaus aussehen, in denen nur unpersönlicher Kram herumsteht, fühle ich mich nicht wohl. Und wenn ich nach Ausmist-Phasen fast alles leergeräumt hatte, hielt es meistens nicht lange an. So wie es jetzt ist, ist es mein Wohlfühlort.

Ein absoluter Ruheort ist natürlich auch mein Bett. Im Schlafzimmer umgebe ich mich ebenfalls gerne mit Dingen und Bildern, die mir am Herzen liegen und die direkt gute Laune machen. Am besten lässt es sich übrigens unter meinem leuchtenden Spinnennetz lesen.

Außerhalb meiner Wohnung gibt es auch einen Ort, an dem ich mich sehr wohl fühle und wo ich zur Ruhe komme. Also pack ich jetzt mal die Klischee-Keule aus und sage es: Es ist der Friedhof in der Nähe. Ich liebe es, abends in der Dämmerung mit den Hunden hier spazieren zu gehen, wenn die Grabkerzen leuchten. Da es ein Parkfriedhof ist, kann man sich wirklich sehr gut dort verlieren, alles ist grün, es gibt schöne idyllische Wege und sogar einen kleinen Teich. Als ich noch ein Kind war, war ich mit meiner Großmutter oft hier, um das Grab meines Großvaters zu pflegen, die ich nie kennengelernt habe. Diese Nachmittage mit ihr fand ich immer total toll. Inzwischen hat sie selber ihr Grab dort, wo ich sie immer mal „besuche“.

Das erinnert mich auch direkt an meinen nächsten Lieblingsort: Edinburgh. Während meines Studiums in England war ich für einen Abstecher dort und habe mich direkt in die Stadt verliebt. Es ist die schönste Stadt der Welt für mich, da lege ich mich mal fest. Die alten Häuser, die Hügel, das Meer, das Castle, was man von fast überall aus sehen kann, trotzdem ist man schnell im Grünen – Edinburgh hat für mich einfach alles (auch einen schönen Friedhof mit schönen (Grusel-)Geschichten)!

Wo ich ebenfalls noch einmal hin möchte ist Key West. Hier war ich mit meinen Eltern als ich sieben Jahre alt war und sehne mich seitdem dorthin zurück (und bin seitdem ein „USA-Kind“). Ich fand es gerade abends so schön dort, am Wasser zu sitzen und das Meer zu genießen. Die Atmosphäre dort fand ich so entspannt und besonders – so wie ich auch die Menschen dort kennengelernt habe.

Ansonsten kann man mich mit alten Schlössern und Burgen immer glücklich machen. Da kommt dann wohl auch die Historikerin in mir durch. Mein Traum ist es, mal in einem alten Schlosshotel zu übernachten. Das kann durchaus irgendwann auch mit einer Spuknacht verbunden sein😉 „Meine Burg“ ist dabei die Reichsburg in Cochem an der Mosel. Meine Familie fuhr hier schon immer hin, als ich noch ein kleines Kind war und das bedeutete für mich immer, dass es auch einen Ausflug zu meiner Burg gab. Vor zwei Jahren bin ich mal wieder dort gewesen und habe geguckt, was von der Nostalgie noch übrig ist. Was soll ich sagen? Ich würde immer noch direkt dort einziehen wollen. (Meine Lieblingsgeschichte dazu: Als Kind hatte ich so ein Postkartenbuch mit Motiven aus der Burg, das ich heiß und innig geliebt habe. Eins dieser Fotos zeigte einen großen Saal mit einem ausgestopften Tiger auf dem Boden. Das Bild habe ich immer überall rumgezeigt und fasziniert erzählt, dass es in meiner Burg einen „ausgepulten Tiger“ gibt. Hat irgendwie immer für Lacher gesorgt.)

Um diese Sehnsucht nach alten Herrenhäusern zu stillen, kann ich nicht genug von (alten) Filmen, die in (alten) Villen/Schlössern spielen bekommen: „Eine Leiche zum Dessert“, „Alle Mörder sind schon da/Clue“, „House on Haunted Hill“ – das geht alles immer und ich träume mich am liebsten direkt dazu (Empfehlungen werden gerne genommen!)

1 Comment

  1. Das mit dem ‘vollgestopft’ kenn ich, trotz umzugssucht, nur zu gut! Aber solange man sich selbst wohl fühlt und es sauber genug ist um Gäste zu empfangen ist doch alles in Ordnung!
    Und nach den Beschreibungen und Bildern verstehe ich auch die restlichen Orte ^^

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