Tagebuch
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Gothic Friday – September: das Internet

Nach einer kleinen Sommerpause geht es nun mit dem „Gothic Friday“ weiter. Im September heißt das Thema „Im Schatten des Netzes“ und es geht – na klar – ums Internet und unsere digitalen Welten. Zuerst hatte ich mich bei dem Thema total gefreut, hey, ich liebe das Internet! Und dann habe ich angefangen zu schreiben und merkte, dass es mir doch total schwer fällt. Vielleicht gerade weil das Internet ein fester Bestandteil meines Alltags ist. Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen können und so. Aber ich versuche es trotzdem mal:

Internet & Schwarzsein– Inwiefern lassen sich für euch Internet und euer Schwarzsein vereinbaren? Ist das Internet bezogen auf Letzteres eine Bereicherung? Wenn ja, in welchen Bereichen? Zeigt sie uns! Seht ihr irgendwo Probleme und wenn ja, welche?

Definitiv eine Bereicherung! „Früher“ war es das schon, um auch jenseits der Clubs Leute mit ähnlichen Interessen kennenzulernen. Heute ist es das noch mehr, einfach weil ich gar nicht mehr in Szene-Clubs gehe und daher eigentlich sonst nirgends mehr mit der Szene in Berührung komme, außer über Freunde und deren Freunde. Über das Internet, ob über Twitter oder Blogs oder sonstwas, ist es einfacher Menschen zu finden, die ähnlich ticken, weil man viel schneller viel mehr über sie erfährt und dann auch direkt Gemeinsamkeiten entdeckt.

Wo das Internet natürlich noch super ist: neue Musik und Musikvideos der Lieblingsbands finden, Leseempfehlungen bekommen, online shoppen, Tipps und Tricks zu DIY-Sachen, Infos zu erster Halloween-Deko in den Regalen … und eigentlich ist es eine unendliche Horizonterweiterung und ich liebe das!

Soziale Medien– Nutzt ihr Facebook, Whatsapp & Co? Wie wichtig sind sie euch hinsichtlich Kontaktaufnahme und -pflege? Gibt es Verweigerer unter euch, die sich bewusst gegen einen Gebrauch sozialer Medien entscheiden

Ich nutze da so einiges. WhatsApp, Facebook (worauf ich eigentlich gerne verzichten würde, aber dann bin ich doch mit zu vielen Menschen von früher vernetzt, die man sonst einfach komplett aus den Augen verlieren würde und letztlich muss ich beruflich dort unterwegs sein), ich liebe Twitter und sehr gerne nutze ich Instagram. Gerade letzteres schätze ich sehr, um mich inspirieren zu lassen, neue Lese-Tipps zu bekommen und so weiter. Und bei Twitter gibt es inzwischen diese Gruppe von Menschen, die irgendwie schon zum Leben dazugehören, auch wenn wir uns zum Teil noch nie persönlich getroffen haben. Andere wiederum gehören inzwischen auch im „echten“ Leben dazu. Als ich in der Konsumauszeit bewusst komplett auf soziale Medien verzichtet habe, fiel mir das besonders krass auf: Es fehlt mir, dann nichts mehr von manchen Menschen zu hören. Man hat so doch noch mal auf einer ganz anderen Ebene teil am Leben anderer. Im positiven Sinne.

Sinkendes Niveau und Selbstdarstellung– Mit dem Siegeszug der sozialen Medien wird häufig eine Verflachung der Diskussionskultur und an Narzissmus grenzende Selbstdarstellung verbunden. Wie seht ihr die Kritikpunkte bezogen auf die Schwarze Szene?

Selbstdarstellung ist natürlich ein Thema. Ja, aber bei weitem nicht nur in der schwarzen Szene. Und gerade da stört es mich am wenigsten. Ganz im Gegenteil: Von vielen Outfits und Looks kann ich gar nicht genug bekommen und da man sie im Alltag viel zu wenig sieht, schaue ich sie gerne bei Instagram an😉

Bestandsaufnahme– Welche (schwarzen) Internetauftritte verfolgt ihr neben Spontis noch? Wovon handeln diese und wie seid ihr darauf aufmerksam geworden? Welchen Kanälen folgt auf YouTube oder Twitch?

Es gibt da ein paar YouTube-Kanäle, wie The Gothic Alice, The_Goblin_Queen oder It’s Black Friday, die ich abonniert habe und regelmäßig schaue. Dann lese ich gerne bei Just Keep Brains mit und höre, besonders auf langen Zugreisen, den Podcast Cemetery Confessions und auch sonst einiges vom Belfry Network. Themenmäßig geht es bei eigentlich allen einmal querbeet durch die Goth-Kultur, von DIY-Tipp, über Musik, das Lebensgefühl, Literatur und was sonst noch alles dazu gehört.

Euer Teil des Netzes– Seid ihr selbst im Netz aktiv und kreativ? Was tut ihr dort und treibt euch dazu an? Betreibt ihr eigene Kanäle bei YouTube oder dreht ihr sogar eigene Videos?

Meine Geschichte im Netz begann 2002 mit einer Webseite zur Gothic-Szene, die ich mit meinem damaligen Freund bastelte. Ich glaube „Castle of Silence“ (Yeah!) hieß sie. Hier haben wir alle möglichen Infos, Bilder und selbstgeschriebene Gedichte und Texte zum Thema gesammelt. Danach habe ich selber immer einen Blog gehabt, weil ich einfach ein totaler Medien-Junkie bin und mich gerne über Bücher, Filme und Co. austausche. Und weil mein Geschmack anscheinend für meine Mitmenschen im „Real Life“ zu speziell war, habe ich mir immer online Gesprächspartner und Anregungen gesucht. Inzwischen bin ich hier gelandet. Ein Blog, der nichts mit der Szene zu tun hat, aber themenmäßig geht es öfter mal um Grusel, Halloween und Co. Aktiv bin ich außerdem bei Twitter und Instagram. Auch hier dreht sich das meiste um Bücher, Brettspiele, Filme und mehr, und ich liebe es, bei anderen Vorschläge und Ideen zu all dem zu bekommen und gleichzeitig ins Gespräch zu kommen. Und zur Szene gibt es so auch immer wieder Überschneidungspunkte.

 

 

 

4 Comments

  1. Svartur Nott says

    Ich hatte anfangs überlegt, das Thema möglichst frei und ohne eine Art “Anleitung” zu präsentieren, bin dann jedoch davon abgekommen – was offensichtlich nicht die schlechteste Entscheidung war…

    Du hast oben von deiner Konsumauszeit gesprochen: Manchmal frage ich mich, wie es wäre, wenn ich komplett gar kein Netz mehr hätte (in Bezug auf die Schwarze Szene und Artverwandtes). Ich wäre komplett aufgeschmissen, losgelöst von jeglicher Informationszufuhr, denn woher soll ich sie noch bekommen? Veranstaltungen bekäme ich vielleicht noch via Flyer mit, aber neue Bands? Wie denn? Erst recht, wenn ähnlich tickende Menschen extrem rar gesät sind (vielleicht einer unter 50.000) und die Ausrichtung der schwarzen Printmedien überhaupt nicht meinem Interesse entspricht? Vom Austausch ganz zu schweigen…

    Das ist auch eine der Schattenseiten der heutigen digitalen schwarzen Welt, welche ich im Resümme zu diesem Thema nicht erwähnt hatte.

    Dies als ein paar Gedanken zum Abend….

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    • Genau darüber habe ich während meiner Konsumauszeit auch oft nachgedacht. Klar würde es irgendwie gehen, wenn mal von heute auf morgen alles abstellt. Aber es würde wirklich sehr viel “Input” fehlen…

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  2. Svartur Nott says

    “Und dann habe ich angefangen zu schreiben und merkte, dass es mir doch total schwer fällt. Vielleicht gerade weil das Internet ein fester Bestandteil meines Alltags ist.”

    Genauso erging es mir auch, ich habe meinen Artikel mindestens 2 Wochen vor mir her geschoben… Aber dann flutschte es auf mal und ich war ganz zufrieden😉 Danke übrigens in die Blog- und YT-Tips, da bin ich doch gestern gleich mal stöbern gegangen, insbesondere auf dem Belfry-Network.

    Liked by 1 person

    • Das beruhigt mich😉 Aber es war auf jeden Fall gut, dass es den “Fragenkatalog” gab, an dem ich mich dieses Mal dann auch strikt entlang gehangelt habe.

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