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[2016] Das letzte Jahr

Was für ein Jahr. Vermutlich wurde selten eins so kollektiv gehasst wie dieses. Aber was soll man auch von einem Jahr erwarten, das mit dem Tod von David Bowie beginnt und während man noch fassungslos nach seinen LPs im Schrank greift, schiebt es schon den Tod von Alan Rickman hinterher und dann ging es ja eigentlich nur so weiter.

Und dann waren da noch all diese politischen „WTF?!“-Momente, in denen man noch mehr als sonst an der Menschheit gezweifelt hat. Spontan denke ich da an den Brexit, mit dem – seien wir mal ehrlich – wirklich niemand gerechnet hat. Selbst den Befürwortern stand am Tag nach der Entscheidung ein „Öhm. Und was machen wir jetzt?!“ ins Gesicht geschrieben. War doch alles gar nicht so gemeint. Und dann war da noch die Wahl in den USA, bei der man auch dachte, dass dieser tatsächliche Ausgang einfach unmöglich ist. Unmöglich!

Ja, so ein Jahr war das. Eins voller WAS ZUR HÖLLE PASSIERT HIER EIGENTLICH?! Und ich bin gespannt, wie 2017 weitergeht. Vermutlich genauso. Denn ja natürlich, diese Ereignisse sind nicht an ein Jahr gebunden und hören nicht mit dem Ende desselben auf, ihr Schlaubi-Schlümpfe. Aber in 2016 kamen diese unschönen Nachrichten schon echt geballt. Und das darf gerne wieder aufhören.

Und bei mir persönlich? Schließlich soll dieses ja wieder der obligatorische Jahresrückblick werden. Ja, geht so, ne. Mich hat es im Sommer voll aus den Latschen gehauen, ich war lange krank, was mich dazu gebracht hat, mal ein bisschen zu überdenken, was ich so mit meinem Leben anfange und im Zuge dessen habe ich meinen Job gekündigt, nachdem sich so manch andere die Finger lecken würden und bin jetzt gespannt, wo die Reise für mich weiter hingeht. Joa. Das war so mein Jahr in a Nutshell.

In diesem Jahr stand vor allem ein Begriff bei mir im Mittelpunkt. Das schon irgendwie abgenüdelte, aber doch so treffende „Selfcare“. Auf sich aufpassen ist wichtig. Und das ist etwas, was ich dieses Jahr mühsam lernte und noch immer lerne. Sich auf Dinge bewusst freuen, sich Schönes erlauben. Lesen, ganz viel lesen! Und sich auch mal Auszeiten gönnen. Nachrichten-Auszeiten waren für mich in diesem Jahr schon fast überlebenswichtig, weil ich irgendwann die ganze Negativität, die von allen Seiten auf mich einprasselte, gar nicht mehr filtern konnte.

Und ich habe mir bewusst Zeit für schöne Termine genommen. Lange hatte ich gar nicht mehr die Energie, nach meinem üblichen Alltag auch am Wochenende oder abends noch was zu unternehmen (hier ein dickes „Entschuldigung!“ an all die Freunde, die mich kaum zu Gesicht bekommen haben). Also standen Abende mit Horst Evers oder eine Lesung mit Elke Heidenreich auf dem Plan. Ein großer Akku-Auflade-Termin war auch die Spielemesse in diesem Jahr. Und natürlich die Horrornächte im Filmpark Babelsberg! Und dann gab es kurz vor Weihnachten noch ein spaßiges Escape-Spiel mit der Familie.

Und dann bin ich auch noch relativ zufällig und spontan an ein Auto gekommen. Der 123er, Jahrgang 81, ist ein Gemeinschaftsprojekt mit meinem Vater. Er kam zu uns, da fuhr er noch nicht und stand mehrere Jahre traurig draußen im Regen. Hat aber keinen Rost und ist mit gelaufenen 80.000 km quasi noch neu. Also haben wir ihn aufgenommen und päppeln ihn wieder auf. Inzwischen fährt er wieder, der Motor braucht nur noch etwas Feintuning und er muss noch wieder hübsch gemacht werden. Ein spannendes Projekt!

Aber nun zu den wesentlichen Punkten. Auch in diesem Jahr liste ich hier nicht unbedingt Titel, die im Jahr 2016 erschienen sind, sondern das, was ich im Jahr 2016 „konsumiert“ habe:

Bücher

In diesem Jahr konnten mich eigentlich nur Bücher retten und das sieht man auch an meiner Lesestatistik. Als Ziel gesetzt hatte ich es mir, in diesem Jahr 30 Bücher zu lesen. In den letzten Jahren hatte ich diese Zahl gerade so erreicht oder bin knapp gescheitert. In diesem Jahr hatte ich im Dezember schon die 50 überschritten.

Top Roman:
In diesem Jahr ein Top-Buch zu benennen fällt mir trotzdem gar nicht so leicht. Ich habe nämlich ein paar gelesen, die ich großartig fand. Zum Beispiel waren da die Thriller von Ursula Poznanski: Ganz besonders Erebos und Saeculum habe ich verschlungen! Und dann habe ich den Klassiker „20.000 Meilen unter dem Meer“ von Jules Verne endlich nachgeholt und geliebt!

Top Sachbuch:
Ein besonderes Buch war für mich in diesem Jahr „Zart besaitet“ von Georg Parlow. Darin geht es um Hochsensibilität, was das ist und was es für hochsensible Menschen bedeutet. Ich wusste immer nie so richtig, was ich von der Kategorie „Hochsensibel“ halten sollte. Ein guter Freund hatte mir das Buch schon vor einer Weile empfohlen und jetzt wurde ich im Sommer von, äh, „offizieller Arztseite“ noch einmal auf das Thema und Buch gestoßen. Und ja, Volltreffer!

Und ich habe einige Bücher von Mark Benecke gelesen. Der mein Jahr sowieso irgendwie total begleitet hat, weil er plötzlich überall war. An dieser Stelle möchte ich diese Videos erwähnen, in denen er auf Facebook-Kommentare reagiert und die ich großartig finde: Teil 1, Teil 2.

Spielbuch
In diesem Jahr muss ich auch diese Kategorie eröffnen, denn auf der Spielemesse in Essen hatte ich endlich, endlich zu „Reiter der schwarzen Sonne“ von Swen Harder gegriffen. Ein Spielbuch, dass mich lange Zeit beschäftigt und wirklich gar nicht losgelassen hat. Im Gegensatz zu den „klassischen“ Büchern von Ian Livingstone und Co. gibt es hier total geniale Mechaniken wie man weiterkommen kann und muss knifflige Rätsel lösen und es gibt einfach coole Ideen. Ohne etwas zu spoilern ist das Schwärmen jedenfalls gar nicht so einfach 😉

spielbuch

Flop
Gab es gar nicht so richtig. Zumindest nur ein Sachbuch, was direkt zur Seite gelegt wurde: „Willst du normal sein oder glücklich“ von Robert Betz. Ich kann noch nicht mal richtig benennen, was mir das Buch eigentlich sagen wollte und warum ich es doof fand. Aber das sagt vielleicht auch schon alles. Belangloses Buch für mich, das abgebrochen wurde.

Filme und Serien

Top Serie:
Spontan muss ich da an zwei Serien denken, die mich in diesem Jahr echt beschäftigt haben und es noch tun. Als erstes wäre da die erste Staffel von „Westworld“. Die Serie basiert auf dem Buch und dem gleichnamigen Film von Michael Crichton, in der es um eine Art Vergnügungspark für Erwachsene geht: In Westworld wird man für eine kurze Zeit Teil einer Westernwelt, in der sämtliche Figuren von extrem menschenähnlichen Robotern gespielt werden. Die Roboter haben ihre Geschichten, die sie spielen, doch was ist, wenn sich da doch mal ein Funken Bewusstsein zeigt…? Eine kluge Serie bei der man permanent hinterfragt, was man da jetzt gerade gesehen hat und das hat einfach nur Spaß gemacht!

Die andere Serie, die gerade aktuell in den USA läuft ist Leah Reminis „Scientology and the Aftermath“. Die Schauspielerin hat Scientology 2013 verlassen und nachdem sie auch in ihrem Buch „Troublemaker“ über ihre Erfahrungen geschrieben hat, hat sie nun eine achtteilige Serie gedreht, in der sie sich mit Aussteigern und ehemals hohen Funktionären der Sekte/Kirche trifft und sie ihre Geschichten erzählen lässt. Was daran so spannend ist: Leah interviewt Menschen, die eng mit dem Chef von Scientology, David Miscavige, zusammengearbeitet haben und daher Geschichten von „ganz oben“ erzählen können, die zum Teil wirklich unfassbar sind. An ihrer Seite hat sie dabei Mike Rinder, der ebenfalls jahrzehntelang Teil von Scientology und außerdem ihr Pressesprecher war. Ich habe inzwischen schon einiges zu dem Thema gelesen und gesehen, aber das hier sind wirklich noch einmal ganz andere Einblicke.

sata

Flop Serie:
Auch in diesem Jahr: Gab es eigentlich nicht, weil ich für Serien, die ich nicht mag, einfach gar keine Zeit habe 😉

Top und Flop Film

Top Film:
Ein etwas älterer Film muss da in diesem Jahr hin: „Shawshank Redemption/Die Verurteilten“. Imdbs bester Film auf der Liste und ich verstehe jetzt auch warum. Banker Andy wird als Mörder verurteilt, beteuert aber immer seine Unschuld. Im Gefängnis versucht sich der charmante und clevere Andy dann auf seine Art durchzusetzen – ein schöner Film über Hoffnung und Freundschaft und ich bin froh, ihn endlich gesehen zu haben!

Flop Film:
Wer denkt, dass ich hier „Ghostbusters 2016“ nenne, irrt. Denn ich fand den Film zwar sehr belanglos, aber da es um die Ghostbusters geht, war es schon mal kein richtiger Flop. Hier kann ich wohl ohne zu zögern „Daniel der Zauberer“ nennen, der als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten beim „SchleFaZ“ lief. Der war echt jenseits aller Schmerzgrenzen. Richtig schlimm fand ich aber auch „Therapie für einen Vampir“, der sich von der Story recht vielversprechend anhörte (Vampir besucht Psychotherapeuten, weil er gelangweilt von seinem ewigen Leben ist), dann aber auch nur schwer zu Ende geguckt werden konnte.

Spiele

Top Brettspiele:
Der Neuzugang, der mich im letzten Jahr am positivsten überrascht hat, war wohl „Die Akte Whitechapel“. Ein bisschen „Scotland Yard“ mit Jack the Ripper-Thema. Auf der diesjährigen Spielemesse gab es ein paar Neuerscheinungen, auf die ich schon sehr gespannt bin, die wir aber leider noch nicht spielen konnten, daher werden die vielleicht was für den nächsten Jahresrückblick. Bisher schon gespielt und mir kleine Herzchen in die Augen gezaubert hat aber „Dream Home“: Ein relativ einfaches, aber sehr entzückendes Spiel, bei dem man sich sein eigenes Haus zusammenstellen muss und je nach vorhandenen Zimmern werden Punkte gesammelt.

Spieleabend mit Whitechapel

Top Videospiele:
Sehr begeistert war ich Anfang des Jahres von „Stardew Valley“. Hier erbt man ein Haus in einem kleinen Dorf, muss Gemüse und Co. anbauen, um Geld zu verdienen, sich mit den Bewohnern anfreunden und kann letztlich sogar eine Familie gründen.

Auf den letzten Metern von 2016 spielen wir leicht obsessiv „Overcooked“. Ein Multiplayer-Spiel für bis zu vier Spieler, die gemeinsam am Rechner kochend die Welt retten müssen. Es ist genial chaotisch und hat Suchtpotenzial!

Ausblick

Mein Plan für 2017? Weitermachen! Gucken wo die Reise hingeht. Mir weniger Druck machen. Mehr genießen. Mehr Vertrauen ins „Alles wird gut“. Mehr auf mich hören und weniger auf andere. Die Serie zu „Lemony Snicket’s Unfortunate Events“ (startet am 13. Januar auf Netflix) genießen. Mein erstes Tattoo planen. „Ghost“-Konzert im April! Einen neuen Job finden, der mich glücklich(er) macht. Mehr Escape-Spiele spielen. Weitere EXIT-Spiele von Kosmos und Erweiterungen zu T.I.M.E. Stories. Und ansonsten einfach mal gucken.

In diesem Sinne: Euch alles Gute fürs neue Jahr! Passt auf euch auf und habt zwölf möglichst schöne Monate!

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5 Comments

  1. Ich habe deinen Beitrag gelesen und mir schwirren gerade viele Gedanken durch den Kopf.
    1.) Zu den vielen Gestorbenen: Mich hat das Jahr auch überrascht. So viele mir bekannte Personen aus Film, Fernsehen und Musik sind gestorben und ich würde am liebsten einen Statistiker dran setzen, um in Erfahrung zu bringen, ob es wirklich überproportional viele Promis waren. Ich befürchte allerdings, dass wir langsam in das Alter gekommen sind, in dem wir mehr von den bekannten Leuten. Andererseits gibt es vielleicht auch mehr bekanntere Leute als damals, da alle diese Sparten auch gewachsen sind. Wie gesagt, eine Statistik wäre interessant, wenn sie auch nicht die Traurigkeit nimmt, weil ein Teil des eigenen Lebens mitgestorben ist – ich hoffe, es klingt nicht zu dramatisch.

    2.) Was das krank werden und den Job kündigen angeht: Alles richtig gemacht. Ich bin bei so etwas auch sehr vorsichtig geworden. Es ändert sich langsam im Hintergrund etwas und man merkt nicht, dass es einem immer schlechter geht. An deinen Tweets meine ich abgelesen zu haben, dass dein Arbeitgeber jetzt erst merkt, wen er mit dir verliert. Pass auf dich auf und gute Besserung!

    3.) Zu den Büchern, Filmen und Spielen kann ich leider nicht viel sagen, da ich keines von ihnen gelesen, gesehen oder gespielt habe – welche Bücher du von Mark Benecke gelesen hast, hast du ja nicht geschrieben ^^

    Ich wünsche dir auf jeden Fall ein erfolgreiches Jahr 2017!
    Gute Besserung, viel Gesundheit, viel Erfolg und viel Glück 🙂

    Liked by 1 person

    • Danke für den lieben Kommentar! Und danke, das wünsche ich dir fürs neue Jahr auch. Und bis spätestens zum WGT dann – ich hoffe du stellst mich dann Mark Benecke vor 😉

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