Tagebuch
Comments 3

Gedanken zur #Konsumauszeit – Nr. 1

Tag 5 der Konsumauszeit. Noch hatte ich auch nicht wirklich die Gelegenheit, irgendwo schwach zu werden. Ich bin aber jetzt schon super genervt von all den Super-Schnäppchen-Nur-Heute!-Mails in meiner Mailbox.

Heute hatte ich einen komplett freien Tag so ohne irgendwelche Pläne (Hallelujah!!) und habe mich meiner Couch, ganz viel Tee und meiner YouTube-Später-Ansehen-Liste gewidmet. Hier bin ich dann irgendwann bei Videos/Dokus zu den Themen Ausmisten, Konsum und Minimalismus gelandet. Perfekt für die Konsumauszeit und die nötige Motivation also.

Minimalismus, nein danke?!

Vorweg schon mal das Geständnis: Ich bewundere Menschen, die den Minimalismus leben und damit glücklich sind. Ich persönlich merke immer wieder: Es ist nicht mein Weg. Überhaupt nicht. Als ich mich vor zwei/drei Jahren relativ intensiv damit auseinander gesetzt habe, flog immer mehr aus meiner Wohnung raus. Das war total toll. Ich fühlte mich vor allem von dem ganzen Deko-Kram (Bilder, Kerzen, Schnickschnack…) total eingeengt und mistete vieles aus. Es war großartig, wie wenig ich plötzlich mit Abstauben und Co. zu tun hatte. Es war ja kaum noch was da zum Putzen. Was ich aber schnell feststellte: Fast alles kam früher oder später wieder. Weil ich mich sonst einfach nicht wohl fühlte.

Als ich im Sommer dieses Jahres in ein Zimmer nach Hamburg gezogen bin, dachte ich: „Cool, ich werde nur das Nötigste an Kleidung und wichtigen Sachen mitnehmen. Minimalismus leben!“ (denn meine alte Wohnung in der Heimat kann ich erst einmal behalten und all meinen Shizzle dort lassen. Zweitwohnung halt). Auf den 9 Quadratmetern, auf denen ich dort lebe, ist inzwischen auch alles andere (wieder) eingezogen und auch erst jetzt habe ich das Gefühl, dass es mein Zimmer ist. Seufz. Aber ich habe es inzwischen akzeptiert.

Und ich fühle mich auch in minimalistischen Wohnungen einfach nicht wohl. Ich mag es, wenn ich irgendwo hin komme, wo ich Minuten erst einmal damit verbringen kann zu gucken, was den Menschen, der dort lebt, so ausmacht. Ich gucke mir gerne Fotos an und, oh boy, Bücherregale! Von daher finde ich die Idee hinter „wenn ich weniger besitze, bin ich freier“ gut und wichtig und teile das komplett. Aber ich kann so einfach nicht leben, weil ich es zu sehr „brauche“ Dinge, die mich glücklich machen, um mich zu haben.

Ein älteres, aber von mir sehr geliebtes Foto meiner Bücher-Ecke.

Es folgt:

Daher ist es für Menschen wie mich aber umso wichtiger, immer wieder mal inne zu halten, das Konsumverhalten zu überdenken und vor allem: auszumisten. Und gerade heute, nach den Videos auf YouTube, habe ich es mal wieder getan und einen großen (!) Karton mit Büchern, DVDs und Hörbüchern gefüllt, der Morgen zum Sozialkaufhaus wandert. Gerade mit dem Gedanken, dass in naher Zukunft noch mal ein Umzug ansteht, tut das gerade sehr gut.

Gedanken zum Bücherregal

Was ich total spannend fand heute: Ich liebe meine Bücher und ich könnte nie sagen, dass ich alle weg gebe bis auf ein paar wenige und nur noch welche leihe oder eBooks lese. Weil mein Bücherregal irgendwie auch immer mich spiegelt. Heute sind ganz viele Sachbücher zu Themen rausgeflogen, die mich vor über 10/15 Jahren mal sehr interessiert haben (Indien, Yoga, …), die mich für mich heute aber nicht mehr relevant sind. Stattdessen konnte ich den leeren Platz mit Autobiografien füllen oder mit Sachbüchern zu Themen, die gerade für mich wichtig sind – die aufgrund von Platzmangel bisher lieblos irgendwo zwischengelagert waren. Ich fand es total schön zu sehen, wie sich so die eigene Bibliothek mit verändert. Der Kern bleibt immer derselbe: Meine Lieblingsbücher, wichtige Bücher meiner Jugend und Kindheit und tolle Sachbücher werden vermutlich immer bei mir bleiben. Und der Rest wächst mit mir mit und verändert sich stetig. Was aber eben nur funktioniert, wenn man auch immer wieder gehen lässt, was nicht mehr wichtig für einen selber ist.

 

Advertisements

3 Comments

  1. Hallo!
    Du bist nicht die Einzige, die überhaupt nicht minimalistisch leben kann 😅. Ich kanns auch nicht…
    Auch wenn ich immer wieder etwas ausmiste und abdekoriere (ist das überhaupt ein Wort?) kommt alles irgendwie immer wieder. Auch wenn ich mich eine Zeit lang in minimalistisch Zuständen wohl fühle, wird es mir dann doch zu unpersönlich.
    Deine Konsumauszeit finde ich übrigens toll!
    Liebe Grüße

    Liked by 1 person

  2. Pingback: #Konsumauszeit 2017 | growing up is for losers

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s